{"id":7402,"date":"2024-11-08T15:15:03","date_gmt":"2024-11-08T15:15:03","guid":{"rendered":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/2024\/11\/08\/jede-kleine-zeile-ist-kostbar-ekd\/"},"modified":"2024-11-08T15:15:05","modified_gmt":"2024-11-08T15:15:05","slug":"jede-kleine-zeile-ist-kostbar-ekd","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/2024\/11\/08\/jede-kleine-zeile-ist-kostbar-ekd\/","title":{"rendered":"Jede kleine Zeile ist kostbar \u2013 EKD"},"content":{"rendered":"<p> <br \/>\n<\/p>\n<div id=\"\">\n        <!-- RSPEAK_START --><\/p>\n<header class=\"large-10 columns article--header\">\n<div class=\"article--meta article--meta__border clearfix\">\n<p>                                    <time datetime=\"07.11.2024 08:00\" class=\"article--time\">07.11.2024<\/time><\/p>\n<p>                                    <strong class=\"article--type primus--overline\">News<\/strong><\/p>\n<picture class=\"article--source-image image\"><source srcset=\"https:\/\/www.ekd.de\/ekd_de\/ds_img\/assets\/20170329_epd-Quellenlogo_141.png\"><!--<source srcset=\"https:\/\/www.ekd.de\/ekd_de\/ds_img\/assets\/20170329_epd-Quellenlogo_141.png 1x, https:\/\/www.ekd.de\/ekd_de\/ds_img\/assets\/20170329_epd-Quellenlogo_141.png 2x, https:\/\/www.ekd.de\/ekd_de\/ds_img\/assets\/20170329_epd-Quellenlogo_141.png 3x\">--><\/p>\n<p>    <\/source><\/picture>\n<\/p><\/div>\n<h2 class=\"article--sub-headline primus--sub-headline\">Wie man Trauernden sein Beileid aussprechen kann<\/h2>\n<\/header>\n<div class=\"large-8 columns large-offset-1 \">\n<p>Bremen, Osnabr\u00fcck (epd). Eine leere Karte, ein wei\u00dfes Blatt Papier: Im Trauerfall f\u00e4llt es vielen Menschen schwer, die richtigen Worte zu finden, um Angeh\u00f6rigen schriftlich das Beileid auszusprechen. \u201eEs ist die konkrete Begegnung mit dem Tod, auch wenn es der Tod des anderen ist &#8211; das macht es nicht einfach\u201c, sagt der Bremer Trauerexperte und Theologe Klaus Dirschauer. Zuallererst r\u00e4t er dazu, sich f\u00fcr das Schreiben Zeit zu nehmen: \u201eKondolieren unterbricht den Alltag, das macht man nicht im Vorbeigehen.\u201c<\/p>\n<\/p><\/div>\n<section class=\"large-10 large-offset-1 columns article--section\">\n<figure class=\"article--image image\">\n                                    <picture><source srcset=\"https:\/\/www.ekd.de\/ekd_de\/ds_img\/assets_2835_x\/Thomas%20Achenbach,https:\/\/www.ekd.de\/%20Autor%20und%20Trauerbegleiter_rdax_945x532p.jpg 1x, https:\/\/www.ekd.de\/ekd_de\/ds_img\/assets_2835_x\/Thomas%20Achenbach,https:\/\/www.ekd.de\/%20Autor%20und%20Trauerbegleiter_rdax_1890x1064p.jpg 2x, https:\/\/www.ekd.de\/ekd_de\/ds_img\/assets_2835_x\/Thomas%20Achenbach,https:\/\/www.ekd.de\/%20Autor%20und%20Trauerbegleiter.jpg 3x\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.ekd.de\/ekd_de\/ds_img\/assets_2835_x\/Thomas%20Achenbach,%20Autor%20und%20Trauerbegleiter_rdax_945x532p.jpg\" alt=\"Thomas Achenbach, Autor und Trauerbegleiter auf einem Friedhof\" title=\"Thomas Achenbach, Autor und Trauerbegleiter auf einem Friedhof\"\/><br \/>\n                                    <\/source><\/picture><figcaption class=\"image--caption\"\/>\n                                  <\/figure>\n<\/section>\n<section class=\"large-8 large-offset-1 columns article--section article--section__bullets\">\n<p>\u201eIch mache mir Gedanken \u00fcber den Verstorbenen, \u00fcber seine Angeh\u00f6rigen und meine Verbindungen zu ihnen, daf\u00fcr brauche ich einfach Zeit\u201c, betont der evangelische Pastor, der knapp 200 Kondolenzschreiben auf ihren Inhalt analysiert hat. Eine Erkenntnis daraus: F\u00fcr ihn ist das Beileid per SMS, WhatsApp oder E-Mail ein No-Go. \u201eEinen Brief, eine Karte kann ich in die Hand nehmen, daf\u00fcr war auch ich lange nach dem Tod meiner Frau dankbar\u201c, berichtet er aus seinen eigenen Erfahrungen.<\/p>\n<p>Aufrichtiges Mitgef\u00fchl, tief empfundenes Beileid, herzliche Anteilnahme: Das sind aus Sicht Dirschauers gelungene Kondolenzs\u00e4tze &#8211; am besten handschriftlich formuliert -, die er in den von ihm analysierten Schriftst\u00fccken auch oft gefunden hat. Aber wie dann weiter? \u201eErinnerungen an gestorbene Menschen anzubieten oder aufzuschreiben ist ungemein wertvoll, das muss gar nicht lang sein, jede kleine Zeile ist kostbar genug\u201c, sagt Thomas Achenbach, Autor und Trauerbegleiter in Osnabr\u00fcck.<\/p>\n<p>Erinnerungen zu teilen, kann hilfreich sein &#8211; das gilt auch im pers\u00f6nlichen Gespr\u00e4ch. Achenbach hat allerdings erfahren, dass sich viele fragen, ob sie nicht die Schmerzen bei anderen gerade wieder anstacheln, wenn sie einen gestorbenen Menschen erw\u00e4hnen. \u201eWas man sich klarmachen muss: Wer einen Menschen verloren hat, der ist innerlich permanent mit diesem Verlust befasst, und das meistens f\u00fcr Jahre lang\u201c, erl\u00e4utert er.<\/p>\n<p>Da k\u00f6nne man gar nichts neu anstacheln, es sei eh st\u00e4ndig pr\u00e4sent im Inneren. \u201eIm Gegenteil: Jedes Gespr\u00e4chsangebot \u00fcber den gestorbenen Menschen ist etwas Hochwillkommenes und eine Gelegenheit, die die meisten Betroffenen sicher gerne ergreifen werden. Es sei denn, die erste Schockstarre ist noch zu umfassend.\u201c \u201eLoslassen\u201c sei genau das, was die Menschen gerade nicht wollten: \u201eSie haben ja gerade einen geliebten Menschen verloren und haben gewaltige Angst davor, dass sie auch noch die Erinnerungen verlieren k\u00f6nnten, womit der Gestorbene dann nochmal sterben w\u00fcrde.\u201c<\/p>\n<\/section>\n<section class=\"large-10 large-offset-1 columns article--section rs_preserve\">\n<div class=\"flex-video widescreen video\" data-youtube-opt=\"rWpjpbENNtc\" data-enhanced-privacy=\"true\">\n                    <!-- true --><\/p>\n<picture class=\"video--preview\"><source srcset=\" https:\/\/www.ekd.de\/1x,  https:\/\/www.ekd.de\/2x,  https:\/\/www.ekd.de\/3x\"><\/source><\/picture>\n<p>        <small class=\"image--copyright\">\u00a9<span class=\"show-for-sr\">Foto: <\/span><\/small><\/p>\n<div class=\"video--disclaimer\">\n<p>Ihre Cookie-Einstellungen verbieten das Laden dieses Videos<\/p>\n<p>            <button class=\"button small video--load\">Dieses Video trotzdem laden<\/button><br \/>\n            <button class=\"button small video--options\">Cookie-Einstellungen bearbeiten<\/button>\n        <\/div><\/div>\n<\/section>\n<section class=\"large-8 large-offset-1 columns article--section article--section__bullets\">\n<p>Auch Dirschauer betont, die Erinnerung an den Verstorbenen, Blitzlichter aus dem gemeinsamen Leben, seien beim Kondolieren wichtig. \u201eDie eigene Lebensgeschichte des Schreibenden hingegen ist nicht dran, das ist \u00fcbergriffig.\u201c<\/p>\n<p>\u00dcberdies warnen sowohl der Theologe als auch der Trauerbegleiter vor Floskeln. \u201eWas einem selbst schon abgedroschen vorkommt, geht wom\u00f6glich in die genau falsche Richtung\u201c, bekr\u00e4ftigt Achenbach und erg\u00e4nzt: \u201eEin Spruch wie &#8218;Die Zeit heilt alle Wunden&#8216; zum Beispiel tut eher weh als dass er hilft.\u201c Mit dem Schmerz bleibe der gestorbene Mensch pr\u00e4sent, erl\u00e4utert der Autor, der Seminare f\u00fcr Trauernde gibt und unter anderem ein \u201eABC der Trauer\u201c geschrieben hat. \u201eMeiner Erfahrung nach w\u00fcnschen sich alle Trauernden, dass ihnen jemand zuh\u00f6rt und sie offen \u00fcber ihre Gef\u00fchle sprechen k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p>Was folgt daraus f\u00fcr die Beleidsbekundung? \u201eEinfach zu fragen: &#8218;M\u00f6chtest Du erz\u00e4hlen&#8216; und sein Zuh\u00f6ren anzubieten ist das gr\u00f6\u00dfte Geschenk, das man machen kann\u201c, meint Achenbach. Allerdings falle das vielen Menschen schwer. \u201eDie Erfahrung, dass einem die Nachbarn, Kollegen oder Bekannten ausweichen oder dass sie die Stra\u00dfenseite wechseln, haben rund 90 Prozent meiner Klienten gemacht.\u201c Wer jemandem an den Tod verloren habe, der trage eine Art Stigma in unserer modernen Gesellschaft. \u201eWie wir heutzutage mit Trauer und Tod umgehen, hat ganz viel an Bodenhaftung verloren, wir haben das komplett verlernt.\u201c<\/p>\n<p>Diesen Eindruck bekr\u00e4ftigt Dirschauer. \u201eWas fr\u00fcher die Umgangsformen durch bestimmte Br\u00e4uche, Sitten und Traditionen wie von selbst regelten, tr\u00e4gt nicht mehr.\u201c Doch Anteil zu nehmen, Worte f\u00fcr den Tod zu finden, das sei wichtig. Um Hilfestellungen zu geben, hat der Bremer Theologe ein Buch mit Weisheiten und Zitaten geschrieben, die er &#8211; richtig ausgew\u00e4hlt &#8211; als \u201eWortgeschenke\u201c in Kondolenzschreiben sieht: \u201eEin zitierter Text kann dem Brief wie ein Motto vorangestellt oder auch im Brieftext wiedergegeben werden, nat\u00fcrlich immer mit Quelle.\u201c<\/p>\n<p>Auch die eigene Hilflosigkeit ins Wort zu bringen, ist nach Auffassung von Thomas Achenbach nicht falsch: \u201e&#8217;Ich wei\u00df gar nicht, was ich Dir sagen soll, aber ich bin mit Dir zusammen traurig&#8216;, das ist meistens die beste Strategie. Au\u00dferdem biete ich damit eine neue Beziehungsebene an, denn ich kann mich mit dem trauernden Menschen in der Hilflosigkeit treffen, in der er sicher auch gerade ist.\u201c<\/p>\n<\/section>\n<p>        <!-- RSPEAK_STOP --><\/p>\n<footer class=\"article--footer\">\n<\/footer><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>07.11.2024 News Wie man Trauernden sein Beileid aussprechen kann Bremen, Osnabr\u00fcck (epd). 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