{"id":7451,"date":"2024-11-11T19:14:23","date_gmt":"2024-11-11T19:14:23","guid":{"rendered":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/2024\/11\/11\/bericht-des-beteiligungsforums-sexualisierte-gewalt-bei-der-ekd-synode-ekd\/"},"modified":"2024-11-11T19:14:24","modified_gmt":"2024-11-11T19:14:24","slug":"bericht-des-beteiligungsforums-sexualisierte-gewalt-bei-der-ekd-synode-ekd","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/2024\/11\/11\/bericht-des-beteiligungsforums-sexualisierte-gewalt-bei-der-ekd-synode-ekd\/","title":{"rendered":"Bericht des Beteiligungsforums Sexualisierte Gewalt bei der EKD-Synode \u2013 EKD"},"content":{"rendered":"<p> <br \/>\n<\/p>\n<div id=\"\">\n<p>Das Beteiligungsforum Sexualisierte Gewalt (BeFo) der EKD hat im Rahmen der Synode in W\u00fcrzburg seinen j\u00e4hrlichen Bericht vorgestellt. In den letzten Monaten hat das BeFo vieles erreicht, auch wenn das \u00f6ffentlich nicht immer wahrgenommen wird. Dazu z\u00e4hlen entscheidende Schritte bei der Reform der Anerkennungsrichtlinie, die Freischaltung der Online-Plattform BeNe, die Beteiligung an der Reform des Disziplinarrechts und die Entwicklung des Ma\u00dfnahmenkatalog zur ForuM-Studie.<\/p>\n<p><strong>Reform des Disziplinarrechts<\/strong><\/p>\n<p>Die Reform des Disziplinarrechts hat das Beteiligungsforum ma\u00dfgeblich vorangebracht. Die Rechte von Betroffen im Verfahren sollen damit deutlich ausgeweitet werden. So soll die M\u00f6glichkeit zur weitgehenden Akteneinsicht geschaffen werden. Dar\u00fcber hinaus soll ein Informationsrecht \u00fcber den Verfahrensstand und das Recht, sich durch das gesamte Verfahren von drei Personen begleiten zu lassen, deren Kosten \u00fcbernommen werden, einger\u00e4umt werden. Derzeit entsteht au\u00dferdem ein Leitfaden f\u00fcr betroffene Menschen, die als Zeug*innen in Disziplinarverfahren aussagen.<\/p>\n<p>Die \u00c4nderungen werden der Synode am Mittwoch zur Beschlussfassung vorgelegt.<\/p>\n<p><strong>Ma\u00dfnahmenplan zur ForuM-Studie<\/strong><\/p>\n<p>Bei der Auseinandersetzung mit den Ergebnissen der ForuM-Studie in EKD und Diakonie hat das BeFo eine zentrale Rolle eingenommen. Es entwickelte einen Ma\u00dfnahmenplan, der transparent und vollst\u00e4ndig auf alle Empfehlungen von ForuM eingeht. Der Ma\u00dfnahmenplan ist ein Meilenstein in der Bearbeitung der ForuM-Ergebnisse. Er soll am Mittwoch von der Synode beschlossen werden.<\/p>\n<p>Der ForuM-Ma\u00dfnahmenplan \u00fcbersetzt alle 46 Empfehlungen der Studie in 12 konkrete Ma\u00dfnahmen. Durch die B\u00fcndelung soll vermieden werden, dass einzelne Empfehlungen nicht beachtet werden.\u00a0<\/p>\n<p>Mit dem regelm\u00e4\u00dfigen \u201eForuM-Bulletin\u201c (https:\/\/www.ekd.de\/bulletin-84802.htm) wird die Ergebnisdiskussion transparent gemacht sowie niedrigschwellig \u00fcber das gesamte Themenfeld informiert.\u00a0\u00a0<\/p>\n<p><strong>Online-Plattform BeNe freigeschaltet<\/strong><\/p>\n<p>Seit Oktober 2024 ist die Online-Plattform BeNe freigeschaltet, die aus dem BeFo heraus entwickelt und vorangetrieben worden ist. BeNe ist eine Seite von Betroffenen f\u00fcr Betroffene, sie bietet ihnen die M\u00f6glichkeit, sich auszutauschen und zu vernetzen. Zentrales Element ist das Erm\u00f6glichen der Kommunikation in Foren, die durch geschultes Personal moderiert werden. Hier k\u00f6nnen verschiedenste Themen in einem sicheren Rahmen diskutiert werden.<\/p>\n<p>Endlich gibt es eine digitale Plattform f\u00fcr Betroffene von sexualisierter Gewalt, ganz gleich, wo die Tat stattgefunden hat. Das war dem Betroffenenforum wichtig. In \u00f6ffentlichen, moderierten Foren kann sich zu derzeit noch festgelegten \u00d6ffnungszeiten ausgetauscht werden, zu Veranstaltungen, internen und externen Unterst\u00fctzungsangeboten. Ziel ist, dass die Seite sich stetig weiterentwickelt und an die Bedarfe der Nutzer*innen angepasst wird.<\/p>\n<p>Parallel zur Website gibt es auch einen Instagram-Account von BeNe. Durch Posts und Storys wird \u00fcber BeNe und etwa die\u00a0\u00d6ffnungszeiten informiert. Der\u00a0Instagram-Account\u00a0hat 552 Follower*innen (Stand 06.11.2024).<\/p>\n<p><strong>Unabh\u00e4ngige Regionale Aufarbeitungskommission<\/strong><\/p>\n<p>Auch bei der Entwicklung der Unabh\u00e4ngigen Regionalen Aufarbeitungskommissionen ist das BeFo entscheidende Schritte vorangekommen. Die Umsetzung der Gemeinsamen Erkl\u00e4rung von EKD, Diakonie Deutschland und der Unabh\u00e4ngigen Beauftragten f\u00fcr Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, Kerstin Claus, l\u00e4uft: Im Fr\u00fchjahr 2025 sollen alle neun Kommissionen ihre Arbeit aufnehmen. N\u00e4chste Schritte sind jetzt die Besetzung von Gesch\u00e4ftsf\u00fchrungen f\u00fcr die Kommissionen, die Verst\u00e4ndigung \u00fcber Kommissionsmitglieder aus dem kirchlich-diakonischen Kontext sowie die Benennung von unabh\u00e4ngigen und externen Expert*innen durch die jeweiligen Landesregierungen.<\/p>\n<p>Das Beteiligungsforum begleitet diesen Weg aufmerksam, kritisch-konstruktiv und mit der klaren Erwartungshaltung, dass es an keiner Stelle nennenswerte Verz\u00f6gerungen oder Abweichungen geben wird.<\/p>\n<p>Kirchenpr\u00e4sidentin Dorothee W\u00fcst, Sprecherin der kirchlichen Beauftragten im Beteiligungsforum, sagt: \u201eDas Beteiligungsforum hat die Rolle, die ihm durch Synode, Kirchenkonferenz und Rat klar und eindeutig zugewiesen worden ist, angenommen und arbeitet nun erfolgreich an den Zielen. Wir diskutieren hart an der Sache, sind uns beileibe nicht immer einig, ringen um Kompromisse, halten einander manchmal nur schwer aus, aber suchen immer wieder nach konstruktiven L\u00f6sungen. Die Arbeit kostet Kraft. Das ist auszuhalten, wenn die Arbeit etwas austr\u00e4gt, wenn sie etwas anst\u00f6\u00dft und in Bewegung bringt.\u201c<\/p>\n<p><strong>Reform der Anerkennungsrichtlinie<\/strong><\/p>\n<p>Bei der Reform der Anerkennungsrichtlinie der EKD ist das BeFo einen entscheidenden Schritt vorangekommen. Aktuell befindet sich der im BeFo erarbeitete Richtlinien-Entwurf in einem Stellungnahmeverfahren mit den Landeskirchen und diakonischen Landesverb\u00e4nden, um eine m\u00f6glichst breite Unterst\u00fctzung zu erreichen. Mit der Reform sollen die Anerkennungsverfahren vereinheitlicht und ein Gespr\u00e4chsrecht verankert werden.<\/p>\n<p>Vor allem aber die Kombination aus individueller und pauschaler Leistung bei den Anerkennungsleistungen sind aus Sicht des BeFo eine wichtige Errungenschaft. Sie tr\u00e4gt entscheidend dazu bei, dass Betroffene nicht als pauschal abzugeltende F\u00e4lle betrachtet werden. Im Mittelpunkt stehen vielmehr die Menschen\u202fmit ihren individuellen Bed\u00fcrfnissen.\u202fSo sollen k\u00fcnftig die Anerkennungsleistungen an den individuellen Folgen bemessen werden. Dar\u00fcber hinaus steht den Betroffenen ein Pauschalbetrag von 15.000 Euro zu, sofern es sich um einen Straftatbestand handelt. Mit einer finalen Fassung der Anerkennungsrichtlinie wird im M\u00e4rz 2025 gerechnet.<\/p>\n<p>Detlev Zander, Sprecher der Betroffenen im BeFo, sagt: \u201eAnerkennung ist keine reine Frage des Geldes. Sie steht f\u00fcr eine Haltung, die die Kirche nach au\u00dfen zeigen sollte und auch muss. Anerkennung zeigt sich auch darin, ob die Kirche den Mut hat, neue Wege zu bestreiten. Nicht irgendwann, sondern in dem Zeitplan, den wir uns gesetzt haben. Denn die Uhr tickt.\u201c<\/p>\n<p>Nancy Janz, Sprecherin der Betroffenen im BeFo, sagt: \u201eUnsere Arbeit ist ein Spagat. Der uns viel Kraft kostet, der \u00c4rger und Grollen mit sich bringt. Unser Fokus liegt klar auf den Interessen der Betroffenen. F\u00fcr sie k\u00e4mpfen wir um elementare Verbesserungen. Wir im Beteiligungsforum wollen viel, wir suchen nach L\u00f6sungen und der Spagat bleibt. Die Betroffenen sagen zurecht, es muss mehr sein und sie m\u00fcssen weiterhin Forderungen stellen! Die Verantwortlichen in Kirche und Diakonie d\u00fcrfen nicht immer und immer wieder in Frage stellen, was wir im Beteiligungsforum hart erarbeiten.\u201c<\/p>\n<p><strong>Hinweis zum Anerkennungsmodell<\/strong><\/p>\n<p>Hinweis an die Medienvertreter*innen: In der \u00d6ffentlichkeit, in klassischen Medien und im Internet werden oft die Anerkennungsleistungen auf die Zahlung der Summe von 15.000 Euro reduziert. Das vermittelt den Betroffenen ein falsches Bild und f\u00fchrt so zu massiver Verunsicherung. Beim ausgearbeiteten Reformvorschlag zu den Anerkennungsverfahren handelt es sich vielmehr um ein Kombimodell, dass sich ganz wesentlich zusammensetzt aus<\/p>\n<p>1.) individuellen Leistungen. Diese orientieren sich an den individuellen Folgen f\u00fcr die Betroffenen<\/p>\n<p>2.) einer pauschalen Leistung von 15.000 Euro, die im Falle der Strafbarkeit gezahlt wird.<\/p>\n<p>Daraus ergibt sich, dass in den allermeisten F\u00e4llen die Anerkennungsleistung f\u00fcr Betroffene deutlich h\u00f6her ausfallen wird. Es ist von essenzieller Bedeutung f\u00fcr Betroffene, dass jeder Fall individuell betrachtet und bewertet wird! Das Kombimodell erreicht genau das.<\/p>\n<p>W\u00fcrzburg, 11. November 2024<\/p>\n<p>Die Sprecher*innen des Beteiligungsforums Sexualisierte Gewalt der EKD<br \/>\u00fcber Pressestelle der EKD<\/p>\n<p><strong>Kontaktm\u00f6glichkeiten:<\/strong><\/p>\n<p>Beteiligungsforum@ekd.de \/ Betroffenenvertretung@befo.ekd.de<\/p>\n<p>Nancy Janz: Nancy.janz@befo.ekd.de \/ 0160 944 202 31<\/p>\n<p>Detlev Zander: detlev.zander@befo.ekd.de \/ 0151 514 765 27<\/p>\n<p>Dorothee W\u00fcst: oeffentlichkeitsreferat@evkirchepfalz.de \/ 06232 6671 45<\/p>\n<p>Info-Link zur ForuM-Themenseite<\/p>\n<p>https:\/\/www.ekd.de\/umgang-mit-der-studie-82291.htm<\/p>\n<p><strong>Zur Information:<\/strong><\/p>\n<p>Die Ende Januar ver\u00f6ffentlichte unabh\u00e4ngige wissenschaftliche Aufarbeitungsstudie ForuM besteht aus f\u00fcnf Teilprojekten und einem Metaprojekt. Thematisch besch\u00e4ftigten sich die Teilprojekte mit der historischen Perspektive auf den kirchlichen und \u00f6ffentlichen Umgang mit sexualisierter Gewalt in der evangelischen Kirche, der bisherigen Praxis der Aufarbeitung, Erfahrungen und Sichtweisen von Menschen, die sexualisierte Gewalt in evangelischen Kontexten erlitten haben, der Perspektive Betroffener auf Strukturen der evangelischen Kirche und deren Nutzung durch T\u00e4ter*innen und Kennzahlen zur H\u00e4ufigkeit sowie Aktenf\u00fchrung. Auf Grundlage der in den Teilprojekten gewonnenen Erkenntnisse wurden Empfehlungen an die Kirche und Diakonie ausgesprochen.<\/p>\n<p>Im Beteiligungsforum Sexualisierte Gewalt werden alle Fragen, die sexualisierte Gewalt in der evangelischen Kirche und Diakonie betreffen, von Betroffenenvertreter*innen und kirchlichen sowie diakonischen Beauftragten bearbeitet. Die Mitglieder des Beteiligungsforums bringen ihre Fragestellungen und Themen in das Forum ein. Ebenso werden Anfragen aus den Gremien der EKD und Diakonie in das Beteiligungsforum getragen. Das Beteiligungsforum erarbeitet dazu konkrete Beschlussvorschl\u00e4ge. F\u00fcr einen Beschlussvorschlag ist sowohl eine Mehrheit in der Betroffenenvertretung als auch unter den kirchlichen und diakonischen Beauftragten notwendig. Die abgestimmten Beschlussvorschl\u00e4ge werden dann in den Rat der EKD, die Kirchenkonferenz oder die Synode eingebracht, wo sie endg\u00fcltig beschlossen werden. So ist gew\u00e4hrleistet, dass jede kirchenpolitische Entscheidung zum Umgang mit sexualisierter Gewalt unter Partizipation Betroffener erfolgt.<\/p>\n<p><strong>Ansprechpersonen f\u00fcr Betroffene sexualisierter Gewalt:<\/strong><\/p>\n<p>Betroffene von sexualisierter Gewalt im Raum der evangelischen Kirche und der Diakonie k\u00f6nnen sich an die \u201eZentrale Anlaufstelle.help\u201c sowie an die landeskirchlichen Ansprechpersonen f\u00fcr Betroffene sexualisierter Gewalt wenden.<\/p>\n<p>www.Anlaufstelle.help<\/p>\n<p>www.ekd.de\/Ansprechpartner-fuer-Missbrauchsopfer-23994.htm\u00a0<\/p>\n<p>Das bundesweite Hilfe-Portal\/Hilfe-Telefon Sexueller Missbrauch ist ein Angebot der Unabh\u00e4ngigen Beauftragten f\u00fcr Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs:<\/p>\n<p>https:\/\/www.hilfe-portal-missbrauch.de\/hilfe-telefon \/ 0800 22 55 530<\/p>\n<p>Rund um die Uhr kann man sich ratsuchend und in Krisen an die TelefonSeelsorge wenden:<\/p>\n<p>Per Telefon: 0800 \/ 111 0 111, 0800 \/ 111 0 222 oder 116 123<\/p>\n<p>Per Mail und Chat: www.telefonseelsorge.de\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Beteiligungsforum Sexualisierte Gewalt (BeFo) der EKD hat im Rahmen der Synode in W\u00fcrzburg seinen j\u00e4hrlichen Bericht vorgestellt. 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