{"id":7576,"date":"2024-12-15T08:04:35","date_gmt":"2024-12-15T08:04:35","guid":{"rendered":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/2024\/12\/15\/die-zukunft-der-automobilindustrie-gemeinsam-gestalten-ekd\/"},"modified":"2024-12-15T08:04:36","modified_gmt":"2024-12-15T08:04:36","slug":"die-zukunft-der-automobilindustrie-gemeinsam-gestalten-ekd","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/2024\/12\/15\/die-zukunft-der-automobilindustrie-gemeinsam-gestalten-ekd\/","title":{"rendered":"Die Zukunft der Automobilindustrie gemeinsam gestalten. \u2013 EKD"},"content":{"rendered":"<p> <br \/>\n<\/p>\n<div id=\"\">\n<div class=\"article--meta article--meta__border clearfix\">\n<p>                                    <time datetime=\"15.12.2024 06:00\" class=\"article--time\">15.12.2024<\/time><\/p>\n<p>                                     <strong class=\"article--type primus--overline\">Pressemitteilung<\/strong><\/p>\n<picture class=\"article--source-image image\"><source srcset=\"https:\/\/www.ekd.de\/ekd_de\/ds_img\/assets\/20170622_ekd-Quellenlogo_141_rdax_423x118.png\"><!--<source srcset=\"\/ekd_de\/ds_img\/assets\/20170622_ekd-Quellenlogo_141_rdax_141x39.png 1x, \/ekd_de\/ds_img\/assets\/20170622_ekd-Quellenlogo_141_rdax_282x78.png 2x, https:\/\/www.ekd.de\/ekd_de\/ds_img\/assets\/20170622_ekd-Quellenlogo_141_rdax_423x118.png 3x\">--><\/p>\n<p>    <\/source><\/picture>\n<\/p><\/div><\/div>\n<div id=\"\">\n<p>Die Situation in der deutschen Automobilindustrie ist alarmierend. Viele Unternehmen k\u00fcndigen nach sehr erfolgreichen Jahren mit Rekordgewinnen wegen aktueller Probleme im Wettbewerb Personalabbau und Standortschlie\u00dfungen an. Fehlgeleitete unternehmerische Entscheidungen und eine verschleppte Transformation zur Elektromobilit\u00e4t d\u00fcrfen jetzt nicht auf dem R\u00fccken der Besch\u00e4ftigten ausgetragen werden. Dies gef\u00e4hrdet auch die Akzeptanz f\u00fcr die dringend notwendige Mobilit\u00e4tswende.<\/p>\n<p>Eine sozialvertr\u00e4gliche Mobilit\u00e4tswende braucht auch eine zukunftsgerichtete deutsche Automobilindustrie. Gleichzeitig gibt es eine gute Zukunft f\u00fcr die Industrie nur mit einem \u00f6kologischen Umbau. Die Transformation industrieller Arbeit und Wertsch\u00f6pfung kann nur erfolgreich sein, wenn die Politik einen klaren Rahmen setzt und gemeinsam mit den Unternehmen den Wandel aktiv gestaltet.<\/p>\n<p>Das B\u00fcndnis sozialvertr\u00e4gliche Mobilit\u00e4tswende sieht dringenden Handlungsbedarf:<\/p>\n<p><strong>1. Unternehmen m\u00fcssen Modellpolitik anpassen und Standorte erhalten.<\/strong><\/p>\n<p>Es wurde vers\u00e4umt, erschwingliche und ressourcensparende E-Fahrzeuge auf den Markt zu bringen. Durch diese verfehlte Modellpolitik der Unternehmen bleiben die Absatzzahlen hinter den Erwartungen zur\u00fcck, und Standorte sind nicht ausgelastet. Besonders die deutschen und die in Deutschland produzierenden Hersteller m\u00fcssen dieses Marktsegment gegen die asiatische Konkurrenz behaupten. Das ist eine Investition in ihre Zukunft. Insbesondere kleinere und f\u00fcr alle Einkommensschichten erschwingliche Fahrzeugmodelle m\u00fcssen in Europa produziert werden.<\/p>\n<p>Teilweise werden Standorte hierzulande geschlossen und Werke im Ausland neu aufgebaut, wo geringere Umwelt- und Sozialstandards gelten sowie niedrigere Steuern und L\u00f6hne gezahlt werden. Das B\u00fcndnis spricht sich ausdr\u00fccklich gegen ein solches Vorgehen aus. Es gef\u00e4hrdet massiv den R\u00fcckhalt in Bev\u00f6lkerung und Belegschaften f\u00fcr die dringend notwendige Transformation und verlagert Probleme, statt sie zu l\u00f6sen.<\/p>\n<p><strong>2. Politik muss kurzfristig unterst\u00fctzen.<\/strong><\/p>\n<p>Statt immer wieder neu \u00fcber gesetzte Klimaschutzvorgaben zu diskutieren oder technologische Scheinl\u00f6sungen wie E-Fuels zu propagieren, muss die Politik einen verl\u00e4sslichen Rahmen gew\u00e4hrleisten. Die Industrie braucht Planungssicherheit.<\/p>\n<p>Es braucht klare Wegweiser f\u00fcr den Wandel in der Automobilindustrie, die sowohl die Mobilit\u00e4tswende, bezahlbare Flotten und Klimaschutz beschleunigen, als auch verunsicherten oder entt\u00e4uschten Besch\u00e4ftigten eine Perspektive bieten:<\/p>\n<ul>\n<li>Eine st\u00e4rkere CO2-Orientierung steuerlicher Instrumente im KfZ-Bereich f\u00f6rdert den Verkauf verbrauchs- und emissionsarmer Fahrzeuge. Die staatliche F\u00f6rderung sollte zudem auch am produktions- und transportbedingten CO2-Fu\u00dfabdruck ausgerichtet werden.<\/li>\n<li>Ein soziales Leasing Programm kann erg\u00e4nzend zum dringend notwendigen Ausbau des \u00d6PNV im l\u00e4ndlichen Raum E-Mobilit\u00e4t f\u00fcr breitere Bev\u00f6lkerungsschichten zug\u00e4nglich machen. Eine solche F\u00f6rderung sollte, \u00e4hnlich dem Beispiel Frankreichs, an sozialen und \u00f6kologischen Kriterien ausgerichtet werden, ohne auf Erwerbst\u00e4tige beschr\u00e4nkt zu sein. Zudem sollte sie nur f\u00fcr Fahrzeuge gew\u00e4hrt werden, die in Europa hergestellt werden. Parallel dazu ist die Wiederaufnahme von weiteren und erg\u00e4nzenden F\u00f6rderprogrammen sinnvoll, etwa f\u00fcr den Kauf von E-Autos f\u00fcr soziale Einrichtungen und Dienste oder zum Kauf von E-Bussen.<\/li>\n<li>Ein neues Programm f\u00fcr eine fl\u00e4chendeckende Ladeinfrastruktur: Der Aufbau der Ladeinfrastruktur muss besonders in l\u00e4ndlichen Regionen sowie f\u00fcr Haushalte mit geringem Einkommen unterst\u00fctzt werden, sodass weite Teile der Bev\u00f6lkerung vom Antriebswechsel profitieren. Es braucht zwingend verbindliche Vorgaben f\u00fcr den barrierefreien Auf- und Ausbau der Ladeinfrastruktur sowie einfachere Genehmigungsprozesse.<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>3. Zentrale politische Aufgaben f\u00fcr die n\u00e4chste Legislatur<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr mehr Sicherheit und langfristige, positive Perspektiven f\u00fcr die Automobilindustrie und die zahlreichen Besch\u00e4ftigten sollte die neue Bundesregierung die folgende Agenda priorit\u00e4r verfolgen:<\/p>\n<ul>\n<li>Neue Wertsch\u00f6pfung und Besch\u00e4ftigung erm\u00f6glichen: Durch aktive Industriepolitik zur Ansiedlung neuer Schl\u00fcsselbereiche, Transformationsfonds f\u00fcr kleine und mittelst\u00e4ndische Unternehmen sowie den Erhalt von Standorten m\u00fcssen betroffene Regionen und die Zulieferindustrie bei der Transformation unterst\u00fctzt werden.\u00a0<\/li>\n<li>Weiterbildung intensivieren: Vorhandene Instrumente m\u00fcssen aktiv eingesetzt und M\u00f6glichkeiten zur Qualifizierung stetig weiterentwickelt werden. Ziel muss eine nahtlose Besch\u00e4ftigung mit vollem Rentenanspruch sein.\u00a0\u00a0<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die\u00a0notwendige Transformation des Mobilit\u00e4tssystems kann in ihrer Gesamtheit nur dann gelingen, wenn neben Schl\u00fcsselbereichen wie der Finanzierung und dem Ausbau von Schiene und \u00d6PNV, der Verlagerung von G\u00fctern und der Umgestaltung st\u00e4dtischer Verkehrsr\u00e4ume auch die deutsche Automobilindustrie ihr Potenzial im Bereich nachhaltiger Mobilit\u00e4t aussch\u00f6pft und sich sozial, innovativ und zukunftsgerichtet aufstellt. Als geeinte Stimme aus Gewerkschaften, Sozial-, Wohlfahrts- und Umweltverb\u00e4nden sowie der Evangelischen Kirche in Deutschland spricht sich das B\u00fcndnis sozialvertr\u00e4gliche Mobilit\u00e4tswende daher ausdr\u00fccklich f\u00fcr eine aktiv gestaltete Transformation der\u00a0Automobilwirtschaft aus und kritisiert, dass statt der \u00fcberf\u00e4lligen Entwicklung zukunftsgerichteter und langfristiger Strategien die Debatte von kurzfristigen Nebelkerzen verzerrt wird.\u00a0<\/p>\n<p>Die ausf\u00fchrliche Position des B\u00fcndnisses sozialvertr\u00e4gliche Mobilit\u00e4tswende kann im Positionspapier (2023) nachgelesen werden. Das Papier besch\u00e4ftigt sich mit einem wichtigen Teilaspekt einer sozialen und \u00f6kologischen Mobilit\u00e4tswende. Die Handlungsempfehlungen des B\u00fcndnisses zu anderen zentralen Themen finden Sie hier.\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<p><strong>\u00dcber das B\u00fcndnis<\/strong><\/p>\n<p>Das B\u00fcndnis Sozialvertr\u00e4gliche Mobilit\u00e4tswende b\u00fcndelt die Expertise aus Gewerkschaften (IG Metall, ver.di, DGB), Sozial-, Wohlfahrts- und Umweltverb\u00e4nden (VdK, SoVD, AWO, VCD, BUND, NABU) sowie der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), um zusammen die Transformation der Mobilit\u00e4t in Deutschland zu unterst\u00fctzen. Gemeinsam vertritt das B\u00fcndnis viele Millionen Mitglieder und bietet eine Plattform f\u00fcr die Fragestellungen rund um eine soziale und \u00f6kologische Mobilit\u00e4tswende. Das B\u00fcndnis wird gef\u00f6rdert und unterst\u00fctzt durch die Stiftung Mercator.<\/p>\n<p>Hannover, 15. Dezember 2024<\/p>\n<p><strong>Pressestelle der EKD<\/strong><br \/>Carsten Splitt<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>15.12.2024 Pressemitteilung Die Situation in der deutschen Automobilindustrie ist alarmierend. 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