{"id":7960,"date":"2025-03-25T13:14:18","date_gmt":"2025-03-25T13:14:18","guid":{"rendered":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/2025\/03\/25\/neue-regeln-fuer-anerkennungsleistungen-fuer-missbrauchsbetroffene-ekd\/"},"modified":"2025-03-25T13:14:19","modified_gmt":"2025-03-25T13:14:19","slug":"neue-regeln-fuer-anerkennungsleistungen-fuer-missbrauchsbetroffene-ekd","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/2025\/03\/25\/neue-regeln-fuer-anerkennungsleistungen-fuer-missbrauchsbetroffene-ekd\/","title":{"rendered":"Neue Regeln f\u00fcr Anerkennungsleistungen f\u00fcr Missbrauchsbetroffene \u2013 EKD"},"content":{"rendered":"<p> <br \/>\n<\/p>\n<div>\n<p>Hannover (epd). Menschen, die sexualisierte Gewalt in der evangelischen Kirche und der Diakonie erlitten haben, sollen k\u00fcnftig einheitliche Anerkennungsleistungen erhalten. Eine daf\u00fcr notwendige Richtlinie hat der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) am Freitag einstimmig beschlossen, wie die EKD in Hannover mitteilte. Vertreter der Betroffenen bezeichneten die Einigung als \u201eDurchbruch\u201c. Bis zum 1. Januar 2026 soll die Richtlinie in allen 20 Landeskirchen und 17 diakonischen Landesverb\u00e4nden umgesetzt werden.<\/p>\n<\/p><\/div>\n<div id=\"\">\n<h3>LEISTUNGEN<\/h3>\n<p>Das neue Verfahren soll in allen 20 Landeskirchen der EKD und den 17 Diakonie-Landesverb\u00e4nden einheitlich angewendet werden. Es sollen also dieselben Regeln f\u00fcr alle Betroffenen aus dem evangelischen Kontext gelten, egal in welchem Verantwortungsbereich einer Landeskirche oder eines Diakonie-Landesverbands die Taten stattgefunden haben. Es handelt sich um ein eigenst\u00e4ndiges Verfahren, das nichts mit juristischen Verfahren vor staatlichen Gerichten zu tun hat. Kirche und Diakonie erkennen laut der Richtlinie mit den Leistungen das Leid an, das den Betroffenen in ihrem Bereich widerfahren ist, und ber\u00fccksichtigen die daraus resultierenden individuellen Folgen.<\/p>\n<h3>GELD<\/h3>\n<p>K\u00fcnftig soll es ein kombiniertes Modell geben aus einer pauschalen Leistung in H\u00f6he von 15.000 Euro, wenn die Tat nach heutigen Ma\u00dfst\u00e4ben strafrechtlich relevant war, und einer individuellen Zahlung. Eine Obergrenze f\u00fcr die Zahlungen gibt es nicht. Auch immaterielle Leistungen sind zus\u00e4tzlich m\u00f6glich. Betroffene k\u00f6nnen au\u00dferdem entscheiden, ob sie sich das Geld auf einmal auszahlen lassen oder in mehreren Teilzahlungen. Die Zahlungen w\u00fcrden nicht auf staatliche Transferleistungen wie B\u00fcrgergeld angerechnet, sagte der Sprecher der Betroffenen im Beteiligungsforum von EKD und Diakonie, Detlev Zander, dem Evangelischen Pressedienst (epd).<\/p>\n<h3>ANTRAG<\/h3>\n<p>Betroffene k\u00f6nnen \u00fcber ein Formblatt, das ihnen zur Verf\u00fcgung gestellt wird, Anerkennungsleistungen beantragen. Zust\u00e4ndig sind unabh\u00e4ngige Anerkennungskommissionen. Sie erhalten ein Recht auf ein Gespr\u00e4ch mit der Kommission. Sie m\u00fcssen auch keine Beweise f\u00fcr die Tat vorlegen. Die Kommission pr\u00fcft lediglich die Angaben auf Plausibilit\u00e4t. Auch Menschen, die schon einmal eine Zahlung erhalten haben, k\u00f6nnen erneut einen Antrag einreichen. Das neue System k\u00f6nnte zu einer Erh\u00f6hung der Zahlungen f\u00fchren.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"\">\n    <!-- Test for teaser --><br \/>\n    <!--Val: 1 --><\/p>\n<p>                    \t    <!-- SRC:  --><\/p>\n<aside class=\"article--aside quintus teaser teaser__related rs_skip rs_preserve\">\n<div class=\"teaser--article teaser--content\">\n<figure class=\"teaser--image\">\n                                                    <picture><source media=\"(max-width:935px)\" srcset=\"https:\/\/www.ekd.de\/ekd_de\/ds_img\/assets_2835_x\/Sitzung_PM_rdax_945x532p.jpg 1x, https:\/\/www.ekd.de\/ekd_de\/ds_img\/assets_2835_x\/Sitzung_PM_rdax_1890x1064p.jpg 2x, https:\/\/www.ekd.de\/ekd_de\/ds_img\/assets_2835_x\/Sitzung_PM.jpg 3x\"><source media=\"(min-width:934px)\" srcset=\"https:\/\/www.ekd.de\/ekd_de\/ds_img\/assets_2835_x\/Sitzung_PM_rdax_945x532p.jpg 1x, https:\/\/www.ekd.de\/ekd_de\/ds_img\/assets_2835_x\/Sitzung_PM_rdax_1890x1064p.jpg 2x, https:\/\/www.ekd.de\/ekd_de\/ds_img\/assets_2835_x\/Sitzung_PM.jpg 3x\"><\/source><\/source><\/picture><figcaption\/>\n                                                <\/figure>\n<p class=\"quintus--text teaser--text\">Der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) hat eine Anerkennungsrichtlinie f\u00fcr Betroffene sexualisierter Gewalt in Kirche und Diakonie beschlossen.<\/p>\n<\/p><\/div>\n<\/aside>\n<div class=\"article--content\">\n<h3>KOMMISSIONEN<\/h3>\n<p>Die unabh\u00e4ngigen Anerkennungskommissionen leiten die Verfahren. Die Kommissionen sollen aus mindestens drei Mitgliedern bestehen und m\u00fcssen immer eine ungerade Zahl an Mitgliedern haben. Besch\u00e4ftigte von Kirche und Diakonie d\u00fcrfen nicht Mitglieder werden. Zudem soll wenigstens eine Person \u00fcber die Bef\u00e4higung zum Richteramt, mindestens eine weitere \u00fcber eine traumatherapeutische Qualifikation verf\u00fcgen, wie es in der Richtlinie hei\u00dft.<\/p>\n<h3>UMSETZUNG<\/h3>\n<p>Die Richtlinie soll ab Januar 2026 \u00fcberall angewendet werden. Zander betonte, dass es nun auf die fl\u00e4chendeckende Umsetzung ankomme. Denn die Landeskirchen und Diakonie-Landesverb\u00e4nde m\u00fcssen die Richtlinie noch \u00fcbernehmen. Dazu hei\u00dft es in der Richtlinie: Den Gliedkirchen und der Diakonie wird empfohlen, entsprechende Regelungen auf Grundlage dieser Richtlinie zu treffen.<\/p>\n<p>Das m\u00fcsse z\u00fcgig gehen, forderte der Sprecher der Betroffenen im Beteiligungsforum sexualisierte Gewalt in EKD und Diakonie, Detlev Zander.\u00a0\u201eWir d\u00fcrfen den Betroffenen nicht noch mehr Leid auferlegen.\u201c Bisher gebe es in Deutschland keine so weitgehende Anerkennung des erlittenen Leids und der Traumasp\u00e4tfolgen durch sexualisierte Gewalt betonte er weiterhin. Die neue Richtlinie sei das Ergebnis \u201eintensiver Verhandlungen\u201c. Seit gut zwei Jahren hatten das Beteiligungsforum, in dem alle Fragen zum Thema sexualisierter Gewalt beraten werden, die Landeskirchen und die Diakonie \u00fcber einheitliche Standards bei den Anerkennungsleistungen verhandelt.<\/p>\n<\/p><\/div>\n<\/div>\n<div id=\"\">\n    <!-- Test for teaser --><br \/>\n    <!--Val: 1 --><\/p>\n<p>                    \t    <!-- SRC:  --><\/p>\n<aside class=\"article--aside quintus teaser teaser__related rs_skip rs_preserve\">\n<div class=\"teaser--article teaser--content\">\n<figure class=\"teaser--image\">\n                                                    <picture><source media=\"(max-width:935px)\" srcset=\"https:\/\/www.ekd.de\/ekd_de\/ds_img\/assets_1875_x\/20170612_shutterstock.comWAYHOME%20studio_Missbrauch-themenseite_1875_rdax_625x352_60p.jpg 1x, https:\/\/www.ekd.de\/ekd_de\/ds_img\/assets_1875_x\/20170612_shutterstock.comWAYHOME%20studio_Missbrauch-themenseite_1875_rdax_1250x704_60p.jpg 2x, https:\/\/www.ekd.de\/ekd_de\/ds_img\/assets_1875_x\/20170612_shutterstock.comWAYHOME%20studio_Missbrauch-themenseite_1875_rdax_60p.jpg 3x\"><source media=\"(min-width:934px)\" srcset=\"https:\/\/www.ekd.de\/ekd_de\/ds_img\/assets_1875_x\/20170612_shutterstock.comWAYHOME%20studio_Missbrauch-themenseite_1875_rdax_360x203_70p.jpg 1x, https:\/\/www.ekd.de\/ekd_de\/ds_img\/assets_1875_x\/20170612_shutterstock.comWAYHOME%20studio_Missbrauch-themenseite_1875_rdax_720x406_70p.jpg 2x, https:\/\/www.ekd.de\/ekd_de\/ds_img\/assets_1875_x\/20170612_shutterstock.comWAYHOME%20studio_Missbrauch-themenseite_1875_rdax_1080x608_70p.jpg 3x\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.ekd.de\/ekd_de\/ds_img\/assets_1875_x\/20170612_shutterstock.comWAYHOME%20studio_Missbrauch-themenseite_1875_rdax_625x352_60p.jpg\" alt=\"Eine Frau hebt die Hand als Stop-Zeichen.\"\/><br \/>\n                                                    <\/source><\/source><\/picture><figcaption\/>\n                                                <\/figure>\n<p class=\"quintus--text teaser--text\">Die evangelischen Landeskirchen sind sich ihrer Verantwortung bewusst, wirksame Ma\u00dfnahmen zur Pr\u00e4vention und Intervention bei sexualisierter Gewalt durch kirchliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu ergreifen.<\/p>\n<\/p><\/div>\n<\/aside>\n<div class=\"article--content\">\n<p>Die Ratsvorsitzende der EKD, Kirsten Fehrs, sagte, mit der neuen Richtlinie lege man die Grundlage, um endlich den \u201enicht hinnehmbaren Zustand zu beenden\u201c, dass Anerkennungsverfahren f\u00fcr \u00e4hnliche Taten in verschiedenen Landeskirchen zu verschiedenen Ergebnissen f\u00fchren. Der Pr\u00e4sident der Diakonie Deutschland, R\u00fcdiger Schuch, sagte, es komme nun darauf an, die in der Richtlinie vereinbarten Standards bis Januar \u00fcberall umzusetzen.<\/p>\n<p>Erst sollte die Richtlinie bereits Ende vergangenen Jahres fertig sein, doch dann wurde sie noch in ein sogenanntes Stellungnahmeverfahren bei den Landeskirchen und Diakonie-Landesverb\u00e4nden gegeben. Bislang sind die Anerkennungsleistungen EKD-weit unterschiedlich geregelt. Seit 2012 sind nach Angaben der EKD vom Januar rund 14,5 Millionen Euro (Stand: 31. Dezember 2023) von den Landeskirchen an materiellen Leistungen f\u00fcr Missbrauchsbetroffene aus dem kirchlichen Kontext gezahlt worden.<\/p>\n<p>Die Landeskirchen und Diakonie-Landesverb\u00e4nde m\u00fcssen die Richtlinie nun noch selbst beschlie\u00dfen und umsetzen. Zeit braucht auch die Bildung der unabh\u00e4ngigen Anerkennungskommissionen.<\/p>\n<\/p><\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hannover (epd). 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