{"id":8296,"date":"2025-06-16T19:49:20","date_gmt":"2025-06-16T19:49:20","guid":{"rendered":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/2025\/06\/16\/kirche-sucht-verstaendigung-ueber-den-umgang-mit-militaerischer-abschreckung-ekd\/"},"modified":"2025-06-16T19:49:24","modified_gmt":"2025-06-16T19:49:24","slug":"kirche-sucht-verstaendigung-ueber-den-umgang-mit-militaerischer-abschreckung-ekd","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/2025\/06\/16\/kirche-sucht-verstaendigung-ueber-den-umgang-mit-militaerischer-abschreckung-ekd\/","title":{"rendered":"Kirche sucht Verst\u00e4ndigung \u00fcber den Umgang mit milit\u00e4rischer Abschreckung \u2013 EKD"},"content":{"rendered":"<p> <br \/>\n<\/p>\n<div id=\"\">\n<div class=\"article--meta article--meta__border clearfix\">\n<p>                                    <time datetime=\"16.06.2025 19:00\" class=\"article--time\">16.06.2025<\/time><\/p>\n<p>                                     <strong class=\"article--type primus--overline\">Pressemitteilung<\/strong><\/p>\n<picture class=\"article--source-image image\"><source srcset=\"https:\/\/www.ekd.de\/ekd_de\/ds_img\/assets\/20170622_ekd-Quellenlogo_141_rdax_423x118.png\"><!--<source srcset=\"\/ekd_de\/ds_img\/assets\/20170622_ekd-Quellenlogo_141_rdax_141x39.png 1x, \/ekd_de\/ds_img\/assets\/20170622_ekd-Quellenlogo_141_rdax_282x78.png 2x, https:\/\/www.ekd.de\/ekd_de\/ds_img\/assets\/20170622_ekd-Quellenlogo_141_rdax_423x118.png 3x\">--><\/p>\n<p>    <\/source><\/picture>\n<\/p><\/div>\n<h2 class=\"article--sub-headline primus--sub-headline\">\u201eFrieden schaffen \u2013 mit Waffen?!\u201c \u2013 Dialogforum diskutiert aktuelle friedensethische Herausforderungen. Ratsvorsitzende zu Gast in Potsdam<\/h2>\n<\/p><\/div>\n<div id=\"\">\n<p>\u00dcber aktuelle friedensethische Herausforderungen haben am Montag in der Garnisonkirche Potsdam die Besucherinnen und Besucher des Dialogforum \u201eFrieden schaffen \u2013 mit Waffen?!\u201c mit Repr\u00e4sentantinnen aus Kirche und Politik diskutiert. Im Zentrum stand die Frage, wie angesichts aktueller geopolitischer Bedrohungen Frieden gedacht und verantwortungsvoll gestaltet werden kann.<\/p>\n<p>Die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bisch\u00f6fin Kirsten Fehrs, betonte die bleibende Bedeutung gewaltfreier L\u00f6sungen: \u201eDie Priorit\u00e4t aller gewaltfreien L\u00f6sungen ist mir friedensethisch nach wie vor sehr wichtig.\u201c Doch angesichts der aktuellen Bedrohungslage sei eine Anpassung der friedensethischen Positionen notwendig: \u201eOhne die M\u00f6glichkeit zur Verteidigung von Leib und Leben \u2013 notgedrungen eben auch durch Waffengewalt \u2013 ist auch kein dauerhafter, verl\u00e4sslicher und gerechter Frieden in Sicht\u201c, so Bisch\u00f6fin Fehrs. Derzeit arbeitet in der EKD eine vom Rat eingesetzte Gruppe des Kammernetzwerks an einem Grundlagentext zur evangelischen Friedensethik.<\/p>\n<p>Mit Blick auf den russischen Angriffskrieg erkl\u00e4rte sie: \u201eDass wir es in Europa mit einem v\u00f6lkerrechtswidrig Krieg f\u00fchrenden Aggressor zu tun haben, der \u00fcber Leichen geht und auch nicht z\u00f6gert, mit dem Einsatz nuklearer Waffen zu drohen, k\u00f6nnen wir nicht einfach ignorieren.\u201c Die daraus resultierende Frage nach Abschreckung stelle die Friedensethik vor ein ernstes Dilemma.<\/p>\n<p>Bisch\u00f6fin Fehrs verwies auf das zerst\u00f6rerische Potenzial eines R\u00fcstungswettlaufs: \u201eModerne Waffensysteme haben ein irrsinniges Zerst\u00f6rungspotential. Umwelt und Lebensgrundlagen werden auf unabsehbare Zeit zu Lasten von Generationen nachkommenden Lebens besch\u00e4digt.\u201c Das ethische Dilemma sei jedoch, dass eine einseitige Abr\u00fcstung bedeute, \u201edass man sich den Interessen eines so unberechenbaren Aggressors, wie es die aktuelle russische F\u00fchrung ist, letzten Endes wehrlos aussetzen w\u00fcrde.\u201c<\/p>\n<p>Der Friedensbeauftragte der EKD, Bischof Friedrich Kramer, erinnerte an das Symbol des Igels auf Fahrzeugen der Bundeswehr in Zeiten des Kalten Krieges \u2013 Ausdruck eines defensiven Selbstverst\u00e4ndnisses: Man k\u00f6nne sich wehren, werde aber nicht angreifen. Diese Haltung m\u00fcsse auch heute \u00fcber allem stehen, so Kramer. Die Entwicklung und Herstellung sowie den Einsatz und schon die Drohung mit Massenvernichtungswaffen lehnt er aus theologischen und ethischen Gr\u00fcnden grunds\u00e4tzlich ab. \u201eHier von einem \u201aatomaren Schutzschirm\u2018 zu reden halte ich f\u00fcr eine unangemessene Besch\u00f6nigung der Dinge\u201c, so Kramer. Die Aufgabe von Theologie und Kirche sei es, gewaltfreie L\u00f6sungswege nach jesuanischem Vorbild hoffnungsvoll zu verk\u00fcnden und in der Praxis einzufordern.<\/p>\n<p>Der fr\u00fchere Wehrbeauftragte des Bundestags, Hans-Peter Bartels, forderte eine wirksame Abschreckung: \u201eNicht Schw\u00e4che garantiert heute Sicherheit, sondern glaubw\u00fcrdige Abschreckung. Daf\u00fcr sollte das transatlantische Verteidigungsb\u00fcndnis m\u00f6glichst eng beisammenbleiben. Auf Deutschland als bev\u00f6lkerungsreichstes und wirtschaftsst\u00e4rkstes Land in Europa kommt es dabei besonders an.\u201c<\/p>\n<p>Zum Dialogforum \u201eFrieden schaffen mit Waffen?!\u201c eingeladen hatten die EKD, die Diakonie Deutschland, die evangelische Zukunftswerkstatt midi sowie die Garnisonkirche Potsdam. Die Veranstaltung ist Teil der Initiative #Verst\u00e4ndigungsOrte, die von EKD, Diakonie Deutschland und der Zukunftswerkstatt midi getragen wird. Ziel ist es, R\u00e4ume f\u00fcr gesellschaftlichen Dialog zu schaffen und aktuelle Konfliktthemen offen zu diskutieren.<\/p>\n<p>Weitere Informationen unter: www.verst\u00e4ndigungsorte.de.<\/p>\n<p>Hannover\/Potsdam, 16. Juni 2025<\/p>\n<p>Pressestelle der EKD<br \/>Carsten Splitt<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>16.06.2025 Pressemitteilung \u201eFrieden schaffen \u2013 mit Waffen?!\u201c \u2013 Dialogforum diskutiert aktuelle friedensethische Herausforderungen. 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