{"id":8624,"date":"2025-09-23T19:25:30","date_gmt":"2025-09-23T19:25:30","guid":{"rendered":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/2025\/09\/23\/mut-frieden-verantwortung-freiheit-ekd\/"},"modified":"2025-09-23T19:25:31","modified_gmt":"2025-09-23T19:25:31","slug":"mut-frieden-verantwortung-freiheit-ekd","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/2025\/09\/23\/mut-frieden-verantwortung-freiheit-ekd\/","title":{"rendered":"Mut, Frieden, Verantwortung, Freiheit \u2013 EKD"},"content":{"rendered":"<p> <br \/>\n<\/p>\n<div>\n<p>Mit einem Festakt in der baptistischen Christuskirche Hamburg-Altona, einem \u00f6kumenischen Pilgerweg und einem Festgottesdienst in der Mennonitenkirche zu Hamburg und Altona erinnerten Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Kirchen am 21. September an 500 Jahre T\u00e4uferbewegung. Unter den G\u00e4sten war auch Bundespr\u00e4sident Frank-Walter Steinmeier.<\/p>\n<p>In seinem Gru\u00dfwort beim Festakt betonte Steinmeier: \u201eDie T\u00e4ufer sind ein Teil unserer europ\u00e4ischen Freiheitsgeschichte.\u201c Sie h\u00e4tten gelehrt, dass M\u00fcndigkeit und Verantwortung untrennbar zusammengeh\u00f6ren: \u201eWer m\u00fcndig glaubt und handelt, der denkt nicht nur an sich, der \u00fcbernimmt immer auch Verantwortung \u2013 f\u00fcr sich, f\u00fcr andere und f\u00fcr das Gemeinwohl.\u201c Demokratie lebe von B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrgern, die Verantwortung freiwillig und verbindlich f\u00fcr die Gemeinschaft \u00fcbernehmen und sie aktiv mitgestalten.<\/p>\n<p>Steinmeier hob zugleich das t\u00e4uferische Friedenszeugnis hervor: Auch wenn Demokratien heute ihre Freiheit milit\u00e4risch sch\u00fctzen m\u00fcssten, bleibe das Ideal der Gewaltlosigkeit unverzichtbar: \u201eDenn es ist richtig, f\u00fcr die eigenen \u00dcberzeugungen einzustehen \u2013 aber eben friedlich.\u201c Die Tradition gewaltfreier Zivilcourage sei ein Geschenk f\u00fcr die Gesellschaft, etwa bei der Friedlichen Revolution in der DDR und bis in die Gegenwart.<\/p>\n<p>Auch die Baptistin Prof. Dr. Andrea Str\u00fcbind und die Mennonitin PD Dr. Astrid von Schlachta griffen in ihrer Festrede das Thema Frieden auf. Sie zeigten, dass Friedenshandeln ein nonkonformer und oft m\u00fchsamer Weg sei, der nicht erst bei t\u00e4tlichen Attacken beschritten werden m\u00fcsse: Gewalt beginne bereits dort, wo andere beschimpft, diffamiert und stigmatisiert und damit in ihrem Menschsein entwertet werden: \u201eFangen wir bereits dort an, die Spirale der Gewalt zu durchbrechen.\u201c<\/p>\n<p>Str\u00fcbind und von Schlachta erinnerten an vier zentrale Aspekte der t\u00e4uferischen Tradition: Taufe als bewusstes Bekenntnis des Einzelnen, Freiheit und Verantwortung, Nonkonformismus sowie Friedenst\u00fcchtigkeit und Dialog. T\u00e4uferinnen und T\u00e4ufer h\u00e4tten \u00fcber Jahrhunderte hinweg gezeigt, dass Mut, eigene Wege und sch\u00f6pferischer Nonkonformismus Voraussetzungen f\u00fcr gesellschaftliche Erneuerung und Verantwortung seien.<\/p>\n<p>Reverend Christopher Easthill, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK), merkte augenzwinkernd an: \u201eDass wir heute gemeinsam mit dem h\u00f6chsten Vertreter unseres Staates 500 Jahre T\u00e4uferbewegung gedenken, entbehrt nicht einer gewissen Ironie.\u201c Er w\u00fcrdigte das Zeugnis der T\u00e4uferinnen und T\u00e4ufer, die sich durch Gewaltverzicht, freie Glaubensentscheidung und radikale Nachfolge Jesu oft der Obrigkeit verd\u00e4chtig machten. Gerade heute seien diese Werte hochaktuell: M\u00fcndigkeit, Verantwortung, Frieden und Hoffnung aktiv zu leben und die Stimme der Friedenskirchen auch in Krisenzeiten h\u00f6rbar zu machen.<\/p>\n<p>Musikalisch und szenisch gestaltet wurde die Veranstaltung vom Ensemble Schirokko Hamburg und Gertrud Geisler. Beim anschlie\u00dfenden Pilgerweg zwischen der Christuskirche und der Mennonitengemeinde beteiligten sich die G\u00e4ste mit Bannern und Gesang.<\/p>\n<p>Im Festgottesdienst am sp\u00e4teren Nachmittag hielten Str\u00fcbind, von Schlachta und Dr. Verena Hammes, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin der ACK, gemeinsam eine dialogische Predigt, die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft miteinander in Gespr\u00e4ch setzte. Sie erinnerten an den Mut der T\u00e4uferinnen und T\u00e4ufer, f\u00fcr Freiheit, Gewaltlosigkeit und Glaubenszeugnis einzutreten, mahnten zur sprachf\u00e4higen Hoffnung im Hier und Jetzt und forderten dazu auf, die Gesellschaft aktiv im Sinne von Gerechtigkeit und Frieden mitzugestalten. Das Leitwort \u201eGewagt!\u201c und 1.\u202fPetrus\u202f3,15-17 (\u201eSeid stets bereit, jedem Rechenschaft abzulegen von der Hoffnung, die euch erf\u00fcllt\u201c) betonten, so die Predigerinnen, dass Glaube nicht nur im Herzen, sondern in Tat und Wort wirksam werde.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom:11px\"><span style=\"line-height:107%\"><span style=\"line-height:107%\">Unter der \u00dcberschrift \u201eHeilende Worte aus der \u00d6kumene\u201c sprachen Bisch\u00f6fin Kirsten Fehrs, Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischof Dr. Gerhard Feige, Vorsitzender der \u00d6kumenekommission der Deutschen Bischofskonferenz und Pastor Marc Brenner, Pr\u00e4sident der Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) mit Rainer Burkart \u00fcber Chancen, Herausforderungen und vers\u00f6hnlichen Impulse \u00f6kumenischer Begegnung<\/span>.<\/span><\/p>\n<p>Die T\u00e4uferbewegung entstand im fr\u00fchen 16. Jahrhundert als reformatorische Str\u00f6mung neben der Wittenberger und der Schweizer Reformation. Die Gedenkveranstaltung wurde vom Verein \u201e500 Jahre T\u00e4uferbewegung 2025\u201c organisiert und bildete den Abschluss von f\u00fcnf Themenjahren unter dem Motto &#8222;Gewagt! 500 Jahre T\u00e4uferbewegung 1525-2025&#8220;, die in vielen Gemeinden, in der \u00d6kumene und im internationalen Austausch die t\u00e4uferische Tradition neu ins Gespr\u00e4ch brachten.<\/p>\n<\/p><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit einem Festakt in der baptistischen Christuskirche Hamburg-Altona, einem \u00f6kumenischen Pilgerweg und einem Festgottesdienst in der Mennonitenkirche zu Hamburg und<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":8625,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[20],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8624"}],"collection":[{"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=8624"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8624\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8626,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8624\/revisions\/8626"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/8625"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=8624"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=8624"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=8624"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}