{"id":8675,"date":"2025-10-07T14:10:10","date_gmt":"2025-10-07T14:10:10","guid":{"rendered":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/2025\/10\/07\/ungewoehnliche-gottesdienste-in-dortmund-ekd\/"},"modified":"2025-10-07T14:10:11","modified_gmt":"2025-10-07T14:10:11","slug":"ungewoehnliche-gottesdienste-in-dortmund-ekd","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/2025\/10\/07\/ungewoehnliche-gottesdienste-in-dortmund-ekd\/","title":{"rendered":"Ungew\u00f6hnliche Gottesdienste in Dortmund \u2013 EKD"},"content":{"rendered":"<p> <br \/>\n<\/p>\n<div>\n<p class=\"md-teaser\">Dortmund (epd). Sonntagvormittag, 11.30 Uhr, in der evangelischen Stadtkirche St. Reinoldi mitten im Dortmunder Zentrum: Alle Sitzpl\u00e4tze sind besetzt, im hinteren Teil der Kirche steht eine Traube von Gottesdienstbesuchern, an den Seiten sitzen einige Menschen auf dem Boden. Es ist so voll in der Kirche wie sonst vielerorts nur an Weihnachten. Einige Gottesdienstbesucher haben sich schick gemacht. Denn an diesem Tag treten in der Reinoldikirche T\u00e4nzerinnen und T\u00e4nzer des Balletts Dortmund auf &#8211; eingebettet in einen Gottesdienst zum Erntedankfest.<\/p>\n<p>Entstanden ist dieses ungew\u00f6hnliche Gottesdienstformat in Kooperation mit dem Theater Dortmund schon 2015, zuerst als \u201eOper trifft Kirche\u201c. Sp\u00e4ter kam \u201eBallett trifft Kirche\u201c hinzu. Im heutigen Gottesdienst werden Ausschnitte aus dem Ballett \u201eCarmina Burana\u201c mit der Musik von Carl Orff aufgef\u00fchrt, noch vor der Premiere der Inszenierung im Theater Dortmund am 18. Oktober.<\/p>\n<p>Doch bevor getanzt wird, begr\u00fc\u00dft Pfarrerin Susanne Karmeier die Gottesdienstbesucher: \u201eDie Musik aus &#8218;Carmina Burana&#8216; ist alles andere als eine heilige, geistliche Musik, aber sie ist voller Leben.\u201c Im Gottesdienst gehe es um die Haltung zum Leben, um Dankbarkeit, sagt sie, und mit welcher Haltung man dem Auf und Ab des Lebens am besten begegne. \u201eDas Ballett malt und tanzt heute dazu seine Bilder.\u201c<\/p>\n<p>Nach Eingangsworten, Orgelmusik und einem Gebet betreten die 18 T\u00e4nzerinnen und T\u00e4nzer zum ersten Mal den Altarraum. In schwarz-roten Gew\u00e4ndern stellen sie sich im Kreis auf und tanzen zu \u201eO Fortuna\u201c, dem Rad des Schicksals &#8211; anmutig und ausdrucksstark. Insgesamt werden drei Ausschnitte aus dem Ballett gezeigt, dazwischen werden zur Musik passende Bibelstellen vorgelesen und von Pfarrerin Karmeier kommentiert. Dabei stellt sie fast schon philosophische Fragen an die Gemeinde. \u201eWas f\u00fcr ein Leben macht Sinn? Wie k\u00f6nnen wir leben im Wechsel der Zeiten? Was ist Ihre Haltung des Lebens?\u201c<\/p>\n<p>M\u00f6gliche Antworten auf diese Fragen gibt Tobias Ehinger, gesch\u00e4ftsf\u00fchrender Direktor des Theaters Dortmund. In seiner Kanzelrede spricht er davon, dass in westlichen Kulturen Dankbarkeit oft als Pflicht angesehen werde. \u201eEin Kind bekommt ein Geschenk und bedankt sich daf\u00fcr. Denn so hat es das gelernt.\u201c Doch wahrer Dank wachse aus der Demut, sagt Ehinger. Dankbarkeit helfe, mit dem Schicksal zurechtzukommen. \u201eDankbarkeit stellt das Wir ins Zentrum.\u201c Dankbarkeit m\u00fcsse als Haltung gesehen werden. \u201eSo wird es nicht zur Pflicht, sondern zur Befreiung.\u201c<\/p>\n<p>Gerade auch zu Krisenzeiten komme es darauf an, wie man das Leben sehe, sagt Ehinger. \u201eDemut und Dankbarkeit als Haltung schafft Lebensfreude, es schafft Resilienz, es schafft gesellschaftlichen Zusammenhalt. Wer dankt, kann nicht spalten, der weitet seinen Horizont.\u201c Sowohl im Theater als auch in der Kirche w\u00fcrden R\u00e4ume geschaffen, in denen die Menschen Demut und Dank empfinden k\u00f6nnten. Am Ende des Gottesdienstes gibt es tosenden Applaus von den Gottesdienstbesuchern, die sich alle von ihren Sitzen erheben &#8211; ganz wie nach einem Theaterbesuch.<\/p>\n<p>Gottesdienstbesucherin Doris ist begeistert: \u201eIch fand es \u00fcberw\u00e4ltigend sch\u00f6n und bin immer wieder \u00fcberrascht, wie es gelingt, die kirchliche Sprache zu erden, weltlich zu gestalten.\u201c Auch Besucher Wolfgang Staap findet diese Form des Gottesdienstes gut. \u201eEs ist die Verschr\u00e4nkung von Kunst, Theologie und Lebensweisheit &#8211; das finde ich toll, es ist erf\u00fcllend.\u201c<\/p>\n<p>In diesem Jahr findet \u201eBallett trifft Kirche\u201c bereits zum f\u00fcnften Mal statt, jetzt erstmals unter dem neuen Ballettintendanten Jas Otrin, der die Kooperation weiterf\u00fchrt: \u201eIch finde, es ist eine Bereicherung f\u00fcr beide Seiten, sowohl f\u00fcr das Ballett als auch f\u00fcr die Kirche.\u201c Eine Kirche sei immer ein besonderer Ort mit einer ganz anderen Atmosph\u00e4re als im Theater: \u201eIm Theater stellen wir etwas dar, wir spielen Rollen, es ist eine Illusion, die wir schaffen. Die Kirche ist keine Illusion, sie ist echt\u201c, sagt Otrin dem Evangelischen Pressedienst (epd). \u201eIch finde, die Kunstform in so einem Setting ist etwas ganz Besonderes.\u201c<\/p>\n<\/p><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dortmund (epd). Sonntagvormittag, 11.30 Uhr, in der evangelischen Stadtkirche St. Reinoldi mitten im Dortmunder Zentrum: Alle Sitzpl\u00e4tze sind besetzt, im<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":8676,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[20],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8675"}],"collection":[{"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=8675"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8675\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8677,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8675\/revisions\/8677"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/8676"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=8675"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=8675"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=8675"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}