{"id":8687,"date":"2025-10-15T23:30:54","date_gmt":"2025-10-15T23:30:54","guid":{"rendered":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/2025\/10\/15\/15-10-2025-erkenne-ich-die-zeichen-der-zeit-wenn-gegen-menschen-gehetzt-und-gegen-menschengruppen-vorurteile-geschuert-werden\/"},"modified":"2025-10-15T23:30:54","modified_gmt":"2025-10-15T23:30:54","slug":"15-10-2025-erkenne-ich-die-zeichen-der-zeit-wenn-gegen-menschen-gehetzt-und-gegen-menschengruppen-vorurteile-geschuert-werden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/2025\/10\/15\/15-10-2025-erkenne-ich-die-zeichen-der-zeit-wenn-gegen-menschen-gehetzt-und-gegen-menschengruppen-vorurteile-geschuert-werden\/","title":{"rendered":"15.10.2025 \u201eErkenne ich die Zeichen der Zeit, wenn gegen Menschen gehetzt und gegen Menschengruppen Vorurteile gesch\u00fcrt werden?\u201c"},"content":{"rendered":"<p><\/p>\n<div>\n<h2><span>80 Jahre Stuttgarter Erkl\u00e4rung \u2013 Landesbischof Ernst-Wilhelm Gohl predigt in Gedenkgottesdienst am 19. Oktober<\/span><\/h2>\n<p>Stuttgart. Am 19. Oktober j\u00e4hrt sich die Stuttgarter Erkl\u00e4rung (auch Stuttgarter Schulderkl\u00e4rung genannt) zum 80. Mal. Dies war das erste\u00a0Eingest\u00e4ndnis der neu gegr\u00fcndeten Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), im Dritten Reich versagt zu haben.\u00a0\u00a0<\/p>\n<p>Die Stuttgarter Schulderkl\u00e4rung war \u201edas Eingest\u00e4ndnis einer historischen Schuld und eines beispiellosen Versagens der Christen und der Evangelischen Kirche in Deutschland an diesem Verbrechen\u201c, so Landesbischof Ernst-Wilhelm Gohl in seiner Predigt im Gedenkgottesdienst zum 80. Jahrestag der Stuttgarter Schulderkl\u00e4rung am 19. Oktober in der Stuttgarter Markuskirche. Diese Schuld habe darin bestanden, \u201e\u2018nicht mutiger bekannt, nicht treuer gebetet, nicht fr\u00f6hlicher geglaubt und nicht brennender geliebt haben\u2018\u201c, zitiert Gohl aus dem Text der Erkl\u00e4rung. Der Ansto\u00df zu dieser Erkl\u00e4rung, so Gohl, sei von Vertretern der internationalen \u00d6kumene gekommen, die zu dieser Zeit in Stuttgart die erste Versammlung des Rats der neu gegr\u00fcndeten EKD begleiteten.\u00a0<\/p>\n<p>Ernst-Wilhelm Gohl predigt in der Markuskirche \u00fcber Jeremia 14,7-9 \u2013 \u00fcber denselben Text hatte 1945 am Vorabend der ersten EKD-Ratstagung in der Markuskirche auch Martin Niem\u00f6ller gepredigt, einer der f\u00fchrenden Vertreter der Bekennenden Kirche und sp\u00e4terer Kirchenpr\u00e4sident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau. Niem\u00f6ller geh\u00f6rte mit Hans Asmussen und Otto Dibelius zu den Verfassern der Erkl\u00e4rung. Der damalige w\u00fcrttembergische Landesbischof Theophil Wurm unterzeichnete die Erkl\u00e4rung gemeinsam mit den Autoren und sieben weiteren Kirchenvertretern.<\/p>\n<p>Dieser Text aus dem Buch Jeremia enth\u00e4lt \u201eein kollektives Schuldeingest\u00e4ndnis\u201c gegen\u00fcber Gott, so Gohl in seiner Predigt: \u201aUnser Ungehorsam ist gro\u00df, womit wir wider dich ges\u00fcndigt haben\u2018. Dass Niem\u00f6ller sie \u201ein einer historisch ganz besonderen Situation der Schuld Deutschlands und seiner Kirchen f\u00fcr den millionenhaften Tod von unschuldigen Menschen als Predigttext ausw\u00e4hlt, mache deutlich: Schuld geschieht zwischen Menschen und Menschen \u2013 und Schuld geschieht zwischen Menschen und Gott.\u201c<\/p>\n<p>Auch den \u201eblinden Fleck des Dokuments\u201c spricht Gohl an: \u201eWas fehlt, ist die ausdr\u00fcckliche Erw\u00e4hnung der Schuld gegen\u00fcber den J\u00fcdinnen und Juden in Deutschland und an unz\u00e4hligen Orten dieser Welt. Denn die evangelische Kirche tr\u00e4gt eine Mitschuld an dem Grauen von Ausschwitz, an den sechs Millionen ermordeten J\u00fcdinnen und Juden.\u201c Die Aufarbeitung dieser Mitschuld, des christlichen Antisemitismus und des Holocaust habe erst f\u00fcnf Jahre sp\u00e4ter bei der EKD-Synode in Berlin-Wei\u00dfensee begonnen. \u00a0<\/p>\n<p>Mit Blick auf die gegenw\u00e4rtige Situation in Deutschland und der Welt folgert Gohl, vielleicht sei \u201edas der st\u00e4rkste Impuls f\u00fcr heutige Christen [\u2026] rechtzeitig die Zeichen der Zeit zu erkennen und mutig f\u00fcr die Opfer von Verbrechen gegen die Menschlichkeit einzutreten. Erkenne ich die Zeichen der Zeit, wenn gegen Menschen gehetzt und gegen ganze Menschengruppen und Minderheiten Vorurteile gesch\u00fcrt werden? Widerspreche ich deutlich genug dem Antisemitismus, der sich nach dem 7. Oktober 2023 und dem Gaza-Krieg in erschreckender Weise Bahn gebrochen hat \u2013 nicht nur in Berlin, sondern auch bei uns in Stuttgart?\u201c<\/p>\n<p>Der Gedenkgottesdienst beginnt am Sonntag, 19. Oktober, um 10:00 Uhr in der Markuskirche in Stuttgart (Filderstra\u00dfe 22, 70180 Stuttgart). Im Anschluss an den Gottesdienst findet ein Empfang in den R\u00e4umen der Kirche statt.<\/p>\n<p>Dan Peter<br \/>Sprecher der Landeskirche<\/p>\n<p><strong>HINWEIS:<\/strong> Bilder von Landesbischof Ernst-Wilhelm Gohl finden Sie im\u00a0Pressebereich unserer Website. Den Wortlaut der Stuttgarter Erkl\u00e4rung finden Sie hier und ein Foto des historischen Typoskripts\u00a0hier.<\/p>\n<\/p><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>80 Jahre Stuttgarter Erkl\u00e4rung \u2013 Landesbischof Ernst-Wilhelm Gohl predigt in Gedenkgottesdienst am 19. Oktober Stuttgart. Am 19. 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