{"id":8708,"date":"2025-10-23T09:09:39","date_gmt":"2025-10-23T09:09:39","guid":{"rendered":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/2025\/10\/23\/wie-kann-die-kirche-verantwortungsvoll-mit-macht-umgehen-ekd\/"},"modified":"2025-10-23T09:09:40","modified_gmt":"2025-10-23T09:09:40","slug":"wie-kann-die-kirche-verantwortungsvoll-mit-macht-umgehen-ekd","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/2025\/10\/23\/wie-kann-die-kirche-verantwortungsvoll-mit-macht-umgehen-ekd\/","title":{"rendered":"Wie kann die Kirche verantwortungsvoll mit Macht umgehen? \u2013 EKD"},"content":{"rendered":"<p> <br \/>\n<\/p>\n<div>\n<p><strong>Wie genau wird der Nachmittag ablaufen?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Kristin Merle: <\/strong>Der Samstagnachmittag beginnt mit einer kleinen Herausforderung: Denn er ist f\u00fcr viele Synodale gleich der Auftakt f\u00fcr die Synodentagung in Dresden. Es ist also gewisserma\u00dfen f\u00fcr viele ein \u201aKaltstart\u2018 in die Synodentagung wie in das doch heikle wie emotional besetzte Thema \u201aKirche und Macht\u2018. Insofern wird es ein Warm-Up geben, das aber nat\u00fcrlich flott ins Thema f\u00fchren wird. Im Wesentlichen sind drei Einheiten f\u00fcr die Stunden 14 bis 19 Uhr vorgesehen: In einer ersten Einheit wird es vier Impulse mit vier unterschiedlichen Perspektiven auf das Thema geben, jeweils verbunden mit Gespr\u00e4chsm\u00f6glichkeiten. Diese Impulse sollen die zweite Einheit vorbereiten und Blicke sch\u00e4rfen: \u00a0<br \/>In kleineren Gespr\u00e4chsformaten soll es dann n\u00e4mlich um die Frage verantwortlicher Machtgestaltung gehen \u2013 nicht zuletzt in und zwischen den Leitungsgremien der EKD. Hier setzen die Synodalen eigene Impulse. Zum Beispiel kann der Frage nachgegangen werden, welche Verpflichtungen und Handlungsspielr\u00e4ume die EKD mit Blick auf eine Transformation hin zu einer machttransparenten und -sensiblen Kirche nach innen und gegen\u00fcber der Gesellschaft besitzt. Und nat\u00fcrlich geht es dann auch darum zu benennen, welche Fragen und Aufgaben in den mehrj\u00e4hrigen Arbeitsprozess der Arbeitsgruppe \u201aKirche und Macht\u2018 eingespeist werden sollen.<br \/>Diesem Gespr\u00e4chsformat schlie\u00dft sich dann drittens ein internationales Podium an, das zum einen unterschiedliche Erfahrungen und Perspektiven aus anderen Kirchen und L\u00e4ndern eintragen und zum anderen Impulse f\u00fcr einen offenen, \u00f6kumenischen und gesellschaftlich verantworteten Umgang mit Macht in kirchlichen Strukturen geben soll. Es soll hier ebenfalls um den Austausch dar\u00fcber gehen, wie Machttransparenz, Verantwortung und Partizipation auch in globalen Kontexten und Verflechtungen gestaltet werden k\u00f6nnen.<br \/>Der Themennachmittag schlie\u00dft mit einer M\u00f6glichkeit zur Antragstellung.<\/p>\n<p><strong>Worauf zielt der Arbeitsprozess \u201aKirche und Macht\u2018 ab?\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Kristin Merle:<\/strong> Der Arbeitsprozess \u201aKirche und Macht\u2018 ist auf der Synodentagung 2024 initiiert und vom Rat der EKD eingesetzt worden. Er ist als mehrj\u00e4hrige Initiative angelegt, die federf\u00fchrend von einer eigens gebildeten Arbeitsgruppe operationalisiert wird. Die Arbeitsgruppe soll Zielsetzungen formulieren und ein Ma\u00dfnahmenpaket erarbeiten, das das Thema als Teil eines kirchlichen Transformationsprozesses bearbeitet. Dabei liegt der Fokus auf der Gestaltung von Macht f\u00fcr zukunftsf\u00e4higen Organisation in gesellschaftlicher Verantwortung. Die Arbeitsgruppe hat ihre Arbeit aufgenommen und Perspektiven gesch\u00e4rft, sie steht aber noch am Anfang. Das \u201aStart-Team\u2018 besteht bisher aus Vertreter:*innen des Rats der EKD, der Kirchenkonferenz, des Kirchenamtes sowie der Synodalen Arbeitsgruppen. Es folgt jetzt ein wichtiger Schritt, der f\u00fcr Ver\u00e4nderungsimpulse unmittelbar bedeutsam ist: Es sollen zur AG weitere sechs Personen aus Zivilgesellschaft und kirchlicher Basisarbeit hinzukommen, und die AG wird begleitet durch eine Person aus der Organisationsberatung. Diversit\u00e4t und die M\u00f6glichkeit, externe Expert:*innen hinzuzuziehen, sind ausdr\u00fccklich vorgesehen. Zudem plant die AG, Hearings mit Akteur:*innen aus unterschiedlichen kirchlichen und gesellschaftlichen Kontexten durchzuf\u00fchren, um m\u00f6glichst viele Perspektiven einzubeziehen. Im Wesentlichen zielt der Arbeitsprozess darauf ab, organisatorische Strukturen und Prozesse der EKD (auch im Verh\u00e4ltnis zu den Landeskirchen) kritisch zu sichten und Machttransparenz, Verantwortung und Partizipation innerhalb der Kirche zu st\u00e4rken.<\/p>\n<p><strong>Was ist Ihre Erwartung an die synodale Befassung?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Kristin Merle:<\/strong> Es kann nur Gutes daraus werden, wenn die Synodalen das Thema \u201aKirche und Macht\u2018 offen und engagiert aufnehmen. Wenn es darum geht, gemeinsam die komplexen und oft schwierigen Fragen rund um Macht in kirchlichen Strukturen zu reflektieren und konkrete Handlungsbedarfe zu identifizieren, soll die Synode ja nicht nur begleitend t\u00e4tig sein, sondern auch aktiv Impulse setzen und den mehrj\u00e4hrigen Arbeitsprozess konstruktiv begleiten. Wichtig wird sein, dass die Synodalen als Vertreter:innen der verschiedenen Landeskirchen bereit sind, Machtstrukturen und auch eigene Machtpositionen kritisch zu hinterfragen und daraus Handlungskonsequenzen und Arbeitsauftr\u00e4ge \u2013 zum Beispiel an die Arbeitsgruppe \u201aKirche und Macht\u2018 \u2013 zu formulieren. Wir als Synodale k\u00f6nnen Verantwortung wahrnehmen, indem wir kirchliche Hierarchien und (Entscheidungs-)Prozesse kritisch hinterfragen, Transparenz und Partizipation thematisieren und an dem Kulturwandel aktiv mitarbeiten. Es w\u00e4re gro\u00dfartig, wenn die synodale Befassung am Ende des Tages mindestens genauso viel positive Dynamik hat wie zum Zeitpunkt der Beschlussfassung 2024 \u2013 und wenn wir all das auffassen als Auftakt f\u00fcr einen notwendigen Kirchenreformprozess.<\/p>\n<p><strong>Wenn Sie an die Zukunft der Kirche denken: Welche Ver\u00e4nderungen im Umgang mit Macht w\u00e4ren aus Ihrer Sicht notwendig, um glaubw\u00fcrdig zu bleiben?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Kristin Merle:<\/strong> Um glaubw\u00fcrdig zu bleiben, muss Kirche ihren Umgang mit Macht auf den Pr\u00fcfstand stellen und das Thema Verantwortung fokussieren. \u00dcber Macht und Machtstrukturen nachzudenken und lebensdienliche Strukturen wie Beziehungen zu etablieren, bedeutet immer, insbesondere diejenigen zu sch\u00fctzen und zu st\u00e4rken, die in kirchlichen und gesellschaftlichen Konstellationen situativ weniger handlungsm\u00e4chtig, vulnerabel oder gar ohnm\u00e4chtig sind. Ein verantwortungsvoller Machtgebrauch erfordert klare und transparente Verfahrensregeln, vor allem im Umgang mit F\u00e4llen von Machtmissbrauch. Verantwortungsdiffusion jedenfalls schadet nicht nur der Glaubw\u00fcrdigkeit, sondern Menschen konkret. Unerl\u00e4sslich bei allem erscheint mir, wenn wir \u00fcber einen notwendigen Kulturwandel sprechen, Macht als Thema offen thematisieren zu k\u00f6nnen und Machtverschleierung als Praxis kritisch zu befragen. Kommunikation spielt dabei eine wichtige Rolle: Macht zeigt sich durch den Zugang zu Wissen und Informationen sowie durch die Art und Weise, wie diese geteilt oder zur\u00fcckgehalten werden. Eine offene, partizipative Kommunikationskultur, die Wissen transparent macht, Unterschiedliche in Aushandlungsprozesse einbindet, welches Wissen gelten soll, f\u00f6rdert Gleichberechtigung und Teilhabe, kirchlich und gesellschaftlich.<\/p>\n<\/p><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie genau wird der Nachmittag ablaufen? 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