{"id":8743,"date":"2025-11-05T15:09:39","date_gmt":"2025-11-05T15:09:39","guid":{"rendered":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/2025\/11\/05\/frei-und-unbeschwert-dem-himmel-ganz-nah-ekd\/"},"modified":"2025-11-05T15:09:41","modified_gmt":"2025-11-05T15:09:41","slug":"frei-und-unbeschwert-dem-himmel-ganz-nah-ekd","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/2025\/11\/05\/frei-und-unbeschwert-dem-himmel-ganz-nah-ekd\/","title":{"rendered":"Frei und unbeschwert dem Himmel ganz nah \u2013 EKD"},"content":{"rendered":"<p> <br \/>\n<\/p>\n<div>\n<p><span style=\"line-height:normal\">Freiburg (epd). Sanft schwingt die Schaukel im weiten Raum hin und her. Ein leichter Lufthauch streicht um die Nase, w\u00e4hrend man bequem in der Schaukel liegt, begleitet von einem Gef\u00fchl der Leichtigkeit und Unbeschwertheit. Umgebungsger\u00e4usche scheinen weit weg. Die schwarze Liegeschaukel h\u00e4ngt aber nicht auf einem Spielplatz, sondern in der evangelischen Freiburger Thomaskirche. An zw\u00f6lf langen Stahlseilen pendelt sie etwa sieben Sekunden hin und her. Ein ganz besonderes Erlebnis, das Erwachsene oft an die eigene Kindheit erinnert.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"line-height:normal\">\u201eIch habe mich unglaublich leicht gef\u00fchlt, der K\u00f6rper hat seine Schwere verloren\u201c, erz\u00e4hlt Christa (57) aus Frankfurt strahlend. Sie habe zwischendurch die Augen geschlossen und sich wie in einer anderen Dimension gef\u00fchlt. Auch ihr Mann Ewart (67) ist begeistert. Diesen Zustand zu erleben und im Liegen zu schaukeln, sei etwas ganz Besonderes. Er habe teilweise sogar vergessen, zu atmen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"line-height:normal\">F\u00fcr den Berliner Philosophen Wilhelm Schmid ist das Schaukeln die \u201eUrbewegung des menschlichen Daseins\u201c. Schon vor der Geburt w\u00fcrden die Menschen im Mutterleib geschaukelt und sp\u00e4ter in den Armen gewiegt. Es stimuliere die Sinne und sei eine gute \u00dcbung f\u00fcrs Leben. Die Bewegung \u00fcbertrage sich auf die Seele und sei inspirierend.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"line-height:normal\">Durch das schwungvolle Hin und Her k\u00f6nne man au\u00dferdem mehr Lebensfreude gewinnen, erkl\u00e4rt Schmid, der dazu das Buch \u201eSchaukeln. Die kleine Kunst der Lebensfreude\u201c ver\u00f6ffentlicht hat (Insel-Verlag 2023). Zudem sei dies eine der besten sportlichen Bet\u00e4tigungen und sehr komplex. Deshalb sollten auch Erwachsene \u00f6fters schaukeln, r\u00e4t der 72-J\u00e4hrige, der selbst regelm\u00e4\u00dfig Spielpl\u00e4tze besucht und als \u201eSchaukel-Philosoph\u201c bekannt ist.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"line-height:normal\">In Freiburg beschreibt Kirchenmitarbeiter Klaus Rau, was das Schaukeln im Kirchenraum f\u00fcr ihn so besonders macht: \u201eAls ich das erste Mal damit geschaukelt bin, habe ich mich gef\u00fchlt wie in Abrahams Scho\u00df.\u201c Auf Au\u00dfenstehende wirke eine Schaukel in der Kirche jedoch erst einmal befremdlich.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"line-height:normal\">\u201eHabt ihr sie noch alle?\u201c, sei er anfangs gefragt worden. Doch sp\u00e4testens, wenn die Kritiker selbst geschaukelt h\u00e4tten, \u00e4ndere sich das. Als \u201eSchaukelbegleiter\u201c k\u00fcmmert sich Rau um die G\u00e4ste, die an diesem Freitag die Freiburger Thomaskirche wegen der \u201eHimmelsschaukel\u201c besuchen. Er hilft ihnen in die Schaukel, die knapp \u00fcber dem Boden h\u00e4ngt, und schubst sie an &#8211; kr\u00e4ftig oder sanft, so wie es gew\u00fcnscht wird.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"line-height:normal\">Es gehe nicht um ein wildes Schaukeln, betont er. Schlie\u00dflich sei die Kirche keine Turnhalle. Deshalb h\u00e4ngt die Schaukel nur zu bestimmten Zeiten im Kirchenraum, etwa zum \u00f6ffentlichen Schaukeln am ersten und dritten Freitag im Monat. \u201eSonst feiern wir dort Gottesdienst, singen, machen Musik, essen und tanzen.\u201c<\/span><\/p>\n<p><span style=\"line-height:normal\">Manchmal wird auch eine Sitzschaukel eingeh\u00e4ngt, etwa f\u00fcr Menschen mit Behinderung. Klaus Rau erz\u00e4hlt von einem schwerbehinderten Jungen, der gemeinsam mit seiner Mutter schaukelt und damit zur Ruhe kommt. Die Himmelsschaukel, die es seit gut einem Jahr gibt, hat auch im Internet viele Fans. Ein kurzer Film der Evangelischen Kirche in Freiburg wurde schon mehr als 160.000 Mal abgerufen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"line-height:normal\">Als Schaukelbegleiterin ist auch Almut Oser dabei. Die evangelische Seelsorgerin beobachtet eine \u201eenorme Entspannung\u201c bei den Schaukelnden. Sie schubst an und steht f\u00fcr Gespr\u00e4che zur Verf\u00fcgung. \u201eEs ber\u00fchrt die Menschen. Da werden Kindheitserinnerungen wach\u201c, erz\u00e4hlt sie. Dabei gehe es schnell um existenzielle Themen. Manche m\u00fcssten sogar weinen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"line-height:normal\">Angesichts sinkender Mitgliedszahlen m\u00fcsse sich die Kirche ver\u00e4ndern und sprichw\u00f6rtlich in Bewegung bleiben, ist Oser \u00fcberzeugt. Die Himmelsschaukel sei ein niedrigschwelliges Angebot. Wer darin liegt, schwingt langsam und weit im Kirchenraum: \u201eMan kann einfach so kommen, wie man ist.\u201c<\/span><\/p>\n<\/p><\/div>\n<div id=\"\">\n    <!-- Test for teaser --><br \/>\n    <!--Val: 1 --><\/p>\n<p>                    \t    <!-- SRC:  --><\/p>\n<aside class=\"article--aside quintus teaser teaser__related rs_skip rs_preserve\">\n<div class=\"teaser--article teaser--content\">\n<figure class=\"teaser--image\">\n                                                    <picture><source media=\"(max-width:935px)\" srcset=\"https:\/\/www.ekd.de\/ekd_de\/ds_img\/assets_1875_x\/dorkriche-selben-kiba-teaser_rdax_625x352_60s.jpg 1x, https:\/\/www.ekd.de\/ekd_de\/ds_img\/assets_1875_x\/dorkriche-selben-kiba-teaser_rdax_1250x704_60s.jpg 2x, https:\/\/www.ekd.de\/ekd_de\/ds_img\/assets_1875_x\/dorkriche-selben-kiba-teaser_rdax_60s.jpg 3x\"><source media=\"(min-width:934px)\" srcset=\"https:\/\/www.ekd.de\/ekd_de\/ds_img\/assets_1875_x\/dorkriche-selben-kiba-teaser_rdax_360x203_70s.jpg 1x, https:\/\/www.ekd.de\/ekd_de\/ds_img\/assets_1875_x\/dorkriche-selben-kiba-teaser_rdax_720x406_70s.jpg 2x, https:\/\/www.ekd.de\/ekd_de\/ds_img\/assets_1875_x\/dorkriche-selben-kiba-teaser_rdax_1080x608_70s.jpg 3x\"><\/source><\/source><\/picture><figcaption\/>\n                                                <\/figure>\n<p class=\"quintus--text teaser--text\">Kirchengeb\u00e4ude sind nicht tote Steine oder starre Denkm\u00e4ler, sondern lebendige R\u00e4ume der Gemeinschaft, die \u00fcber Generationen hinweg Verbindungen schaffen.<\/p>\n<\/p><\/div>\n<\/aside>\n<div class=\"article--content\">\n<p>In der Thomaskirche sei schon immer gefeiert und getanzt worden, ganz nach dem Motto \u201eGlauben mit allen Sinnen\u201c. Da habe die Himmelsschaukel perfekt dazu gepasst, sagt Pfarrerin Gabriele Hartlieb.<\/p>\n<p>Sie brachte die Idee dazu vor einigen Jahren von einer Bremer Kirche mit. Frei und geborgen, bewegt und ganz in Ruhe &#8211; langsames Schaukeln sei eine ganz elementare Erfahrung und vermittele ohne Worte, \u201edass wir im Glauben gehalten werden, ohne eingeengt zu sein\u201c, ist die evangelische Theologin \u00fcberzeugt &#8211; geborgen und doch frei.<\/p>\n<\/p><\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Freiburg (epd). Sanft schwingt die Schaukel im weiten Raum hin und her. 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