{"id":8808,"date":"2025-11-11T16:08:52","date_gmt":"2025-11-11T16:08:52","guid":{"rendered":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/2025\/11\/11\/betroffene-fordern-mehr-beteiligung-ekd\/"},"modified":"2025-11-11T16:08:53","modified_gmt":"2025-11-11T16:08:53","slug":"betroffene-fordern-mehr-beteiligung-ekd","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/2025\/11\/11\/betroffene-fordern-mehr-beteiligung-ekd\/","title":{"rendered":"Betroffene fordern mehr Beteiligung \u2013 EKD"},"content":{"rendered":"<p> <br \/>\n<\/p>\n<div>\n<h2>Zentrale Punkte zur Umsetzung des ForuM-Ma\u00dfnahmenplans<\/h2>\n<p>Der ForuM-Ma\u00dfnahmenplan pr\u00e4gt aktuell die Arbeit von Kirche und Diakonie zur Aufarbeitung sexualisierter Gewalt und befindet sich in der aktiven Umsetzungsphase. Seit dem 1. Januar 2025 koordiniert eine befristete Projektstelle bei der EKD in enger Abstimmung mit dem Beteiligungsforum und der Diakonie Deutschland die Umsetzung. Im Mittelpunkt stehen die Reform der Gewaltschutzrichtlinie und die Einrichtung einer zentralen Ombudsstelle.\u00a0 Ma\u00dfnahmen zu Schulung, Beteiligung und Sensibilisierung zeigen bereits Fortschritte.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><strong>Novelle der Gewaltschutzrichtlinie der EKD<\/strong><br \/>Eine der zentralen und umfassendsten Ma\u00dfnahmen. Eine Arbeitsgruppe mit rund 30 Vertreter*innen aus Kirche, Diakonie, Betroffenenvertretungen und Fachstellen arbeitet an einer grundlegenden \u00dcberarbeitung. Ziel ist es, die bestehenden Standards f\u00fcr Pr\u00e4vention, Intervention und Schutzkonzepte in allen Landeskirchen und diakonischen Verb\u00e4nden zu sch\u00e4rfen und zu vereinheitlichen.<\/p>\n<p><strong>Einrichtung einer zentralen Ombudsstelle<\/strong><br \/>Bis Ende 2026 soll eine Beschwerdestelle f\u00fcr Betroffene entstehen. Ein Konzeptentwurf wurde erarbeitet und wird derzeit im Beteiligungsforum weiterentwickelt, um Doppelstrukturen zu vermeiden und Zust\u00e4ndigkeiten klar zu regeln.<\/p>\n<p><strong>Standards in Aus-, Fort- und Weiterbildung<\/strong><br \/>Es wurden erste gemeinsame Standards zur Anerkennung kirchlich-diakonischer Ausbildungsst\u00e4tten festgelegt. K\u00fcnftig soll das Thema sexualisierte Gewalt st\u00e4rker in die Pfarramtsausbildung und andere Berufsprofile integriert werden, mit Fokus auf Reflexion von Macht und Rolle.<\/p>\n<p><strong>Beteiligung und Kooperation<\/strong><br \/>Das Kammernetzwerk arbeitet in Projektgruppen, an denen auch Betroffene als Expert*innen mitwirken. Ergebnisse werden bis Ende der Ratsperiode erwartet.<\/p>\n<p><strong>Sensibilisierung<\/strong><br \/>Breite Schulungsinitiativen laufen; Multiplikator*innen werden gezielt geschult, um in allen kirchlich-diakonischen Bereichen zu sensibilisieren. Landeskirchen und -verb\u00e4nde entwickeln zielgruppenorientierte Formate und Curricula, z. B. f\u00fcr diakonische Arbeitsfelder.<\/p>\n<p><strong>Erinnerungskultur<\/strong><br \/>Erste Ideen f\u00fcr angemessenes Erinnern werden in Landeskirchen und im Beteiligungsforum entwickelt. Die Arbeit der Unabh\u00e4ngigen Regionalen Aufarbeitungskommissionen (URAKs) k\u00f6nnte langfristig auch hier weitere Impulse liefern.<\/p>\n<p><strong>Vereinheitlichung der Personal- und Disziplinaraktenf\u00fchrung<\/strong><br \/>Die Ergebnisse der ForuM-Studie zur Aktenf\u00fchrung werden in einen laufenden Reformprozess integriert, der sich jedoch verz\u00f6gert hat. Dennoch wurden hier die Erkenntnisse aus ForuM ausgewertet und bereits ein Gutachten angefordert, um die Bearbeitung zeitnah fortsetzen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<h2>So blicken Betroffene auf den ForuM-Ma\u00dfnahmenplan<\/h2>\n<p>Matthias Schwarz bewertete den ForuM-Ma\u00dfnahmenplan aus Sicht der Betroffenen ambivalent. Auf den ersten Blick, so sagte er, bringe der Plan f\u00fcr Betroffene im Alltag wenig sp\u00fcrbare Verbesserungen \u2013 Ma\u00dfnahmen wie die Novelle der Gewaltschutzrichtlinie wirkten zun\u00e4chst abstrakt und weit entfernt von den konkreten Problemen Betroffener. Auf den zweiten Blick hob er positiv hervor, dass die Einrichtung einer Ombudsstelle in Arbeit sei und das Recht auf Aufarbeitung verankert wurde \u2013 kritisierte aber, dass die Umsetzung erst 2026 zu erwarten sei und manches im Zeitplan nach hinten gerutscht sei.<\/p>\n<p>Auf den dritten Blick sah Schwarz durchaus potenzielles Ver\u00e4nderungspotenzial: Wenn die Ma\u00dfnahmen konsequent umgesetzt w\u00fcrden, k\u00f6nnten sie k\u00fcnftig dazu beitragen, dass mit aktuellen F\u00e4llen besser umgegangen wird, Gemeinden und Einrichtungen sicherere R\u00e4ume werden und Verfahren vergleichbarer und gerechter ablaufen.<\/p>\n<p>Gleichzeitig warnte er vor drei\u00a0 Gefahren in der Umsetzung:<\/p>\n<ul>\n<li>Die Arbeit an der Gewaltschutzrichtlinie zeige, wie gro\u00df und komplex die Aufgabe sei \u2013 Betroffene im Beteiligungsforum stie\u00dfen dabei an ihre Grenzen und sp\u00fcrten ein deutliches Machtgef\u00e4lle gegen\u00fcber kirchlichen und diakonischen Stellen, Entscheidungstr\u00e4ger*innen und Expert*innen aus anderen Bereichen.<\/li>\n<li>Zwischen Kirche und Diakonie best\u00fcnden strukturelle und rechtliche Unterschiede, die die Umsetzung erschwerten; es bleibe offen, ob sich diese Differenzen wirklich \u00fcberwinden lie\u00dfen.<\/li>\n<li>In vielen Bereichen sei die Tatsache sexualisierter Gewalt noch nicht in den Leitungen angekommen \u2013 manche diakonische Einrichtungen zeigten geringe Bereitschaft zur Mitarbeit, und in Gemeinden h\u00f6re man oft: \u201eEs ist doch mal gut.\u201c<\/li>\n<\/ul>\n<p>Sein Fazit: Nach einem Jahr lasse sich noch kein abschlie\u00dfendes Urteil ziehen \u2013 der ForuM-Ma\u00dfnahmenplan sei ein notwendiger Anfang, doch seine Wirksamkeit f\u00fcr Betroffene m\u00fcsse sich erst noch zeigen.<\/p>\n<\/p><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zentrale Punkte zur Umsetzung des ForuM-Ma\u00dfnahmenplans Der ForuM-Ma\u00dfnahmenplan pr\u00e4gt aktuell die Arbeit von Kirche und Diakonie zur Aufarbeitung sexualisierter Gewalt<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":8809,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[20],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8808"}],"collection":[{"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=8808"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8808\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8810,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8808\/revisions\/8810"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/8809"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=8808"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=8808"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=8808"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}