{"id":8960,"date":"2026-01-07T23:41:43","date_gmt":"2026-01-07T23:41:43","guid":{"rendered":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/2026\/01\/07\/22-12-2025-gemeinsam-fuer-frieden-und-verstaendigung-einstehen\/"},"modified":"2026-01-07T23:41:43","modified_gmt":"2026-01-07T23:41:43","slug":"22-12-2025-gemeinsam-fuer-frieden-und-verstaendigung-einstehen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/2026\/01\/07\/22-12-2025-gemeinsam-fuer-frieden-und-verstaendigung-einstehen\/","title":{"rendered":"22.12.2025 Gemeinsam f\u00fcr Frieden und Verst\u00e4ndigung einstehen"},"content":{"rendered":"<p><\/p>\n<div>\n<h2>Festakt anl\u00e4sslich von Chanukka und des 4. Advents\u00a0<\/h2>\n<p>Pforzheim. Die beiden Israelitischen Religionsgemeinschaften, die vier gro\u00dfen christlichen Kirchen und die Stadt Pforzheim haben am 20. Dezember 2025, dem 30. Kislew des j\u00fcdischen Kalenders, nach Schabbatende zu einem gemeinsamen Festakt eingeladen. Unter dem Motto \u201eDein Wort ist eine Leuchte meinen F\u00fc\u00dfen und ein Licht auf meinem Weg\u201c (Ps 119,105) stand im Rahmen des Advents und von Chanukka die ezidische Gemeinschaft im Mittelpunkt, die am 19. Dezember ihr Fest \u00ceda-\u00caz\u00ee gefeiert hat. Das Ezidentum ist eine monotheistische Glaubensgemeinschaft, die ihren Ursprung in Nordsyrien, Nordirak und der s\u00fcd\u00f6stlichen T\u00fcrkei hat. Die Feier stand sechs Tage nach dem antisemitischen Terrorangriff in Sydney auch im Zeichen des Gedenkens an die Opfer.<\/p>\n<p>Landtagspr\u00e4sidentin Muhterem Arras wies in ihrem Gru\u00dfwort deshalb die Bedeutung dieses interreligi\u00f6sen Miteinanders und der klaren Ablehnung antisemitischer Diskriminierung und Gewalt hin: \u201eUnabh\u00e4ngig der Glaubensrichtung w\u00fcnschen sich Menschen ein Leben und eine Zukunft in Sicherheit, W\u00e4rme und Geborgenheit. Daf\u00fcr m\u00fcssen wir weiter im Dialog bleiben: Jede und jeder von uns kann sich jeden Tag aufs Neue dazu entscheiden, den gesellschaftlichen Raum zu erhellen &#8211; niemals d\u00fcrfen wir zulassen, dass Hass, Hetze und Spaltung das Licht der Hoffnung zum Erl\u00f6schen bringen.\u201c F\u00fcr die Israelitischen Religionsgemeinschaft in W\u00fcrttemberg und in Baden waren Professorin Barbara Traub, Rami Suliman sowie Landesrabbiner Moshe Flomenmann beteiligt. Barbara Traub hob hervor, wie wichtig f\u00fcr die j\u00fcdische Gemeinschaft ein geschlossenes Zeichen gegen den wachsenden Antisemitismus sei: \u201eUnsere j\u00fcdischen Feste sind einerseits religi\u00f6se Feiern, aber sie sind stets auch Anlass f\u00fcr geselliges Zusammenkommen und die Erneuerung unseres Miteinanders. Dieses Gemeinschaftsgef\u00fchl war stets ein bedeutender Faktor, um unsere j\u00fcdische Identit\u00e4t auch in schweren Zeiten zu bewahren. Indem wir heute Abend feierlich zusammenkommen, setzen wir nicht nur ein gemeinsames Zeichen gegen Antisemitismus, Hass und Hetze, sondern d\u00fcrfen aus dem Gef\u00fchl der Gemeinschaft auch Zuversicht und Hoffnung sch\u00f6pfen.\u201c\u00a0<\/p>\n<p>Moshe Flomenmann legte Wert darauf, dass man zwar gemeinsam feiere, dies aber nicht gleichbedeutend sei mit einer Gleichsetzung der religi\u00f6sen Inhalte: \u201eWir begehen heute zwei Feste mit unterschiedlichem Ursprung, Chanukka und den Advent. Was uns dabei verbindet, sind gemeinsame Werte: Respekt, Verantwortung f\u00fcreinander und der Einsatz f\u00fcr ein friedliches Zusammenleben. Das Licht, das wir heute entz\u00fcnden, steht f\u00fcr diese gemeinsame Haltung \u2013 gegen Antisemitismus, Ausgrenzung und Hass.\u201c Wenngleich Juden und Christen verschiedene Anl\u00e4sse feiern, bleiben sie durch die jeweiligen Grunds\u00e4tze dem Ziel verpflichtet und verbunden, gemeinsam f\u00fcr ein friedvolles und gerechtes Zusammenleben einzutreten. Rami Suliman erg\u00e4nzte: \u201eWir lassen uns nicht unterkriegen, auch nicht durch antisemitische Mordanschl\u00e4ge wie vor einer Woche in Bondi Beach. Wir trauern, aber wir f\u00fchren auch unsere Feste durch. Unver\u00e4ndert, ohne Angst. Seit dem Festakt im Jahr 2022 ist der freundschaftliche Kontakt \u00fcber den Dialog hinaus zu einem gemeinsamen Tun geworden. Wir setzen die Gemeinsamkeit verst\u00e4rkt in Erlebnisse und Veranstaltungen um.\u201c\u00a0<\/p>\n<p>Die Bedeutung der von Juden und Christen geteilten \u00dcberzeugung, miteinander und f\u00fcreinander in die Gesellschaft hinein zu wirken, wurde durch das gemeinsame Lichtz\u00fcnden von Landesrabbiner Flomenmann, Landesbisch\u00f6fin Prof. Heike Springhart und Erzbischof Stephan Burger f\u00fcr den badischen Landesteil sowie von Prof. Traub, Landesbischof Ernst-Wilhelm Gohl und Bischof Dr. Klaus Kr\u00e4mer f\u00fcr den w\u00fcrttembergischen Landesteil deutlich. In \u00f6kumenischer Einigkeit stellten Landesbisch\u00f6fin Springhart und Erzbischof Burger fest: \u201eDeshalb stehen wir heute Seite an Seite und z\u00fcnden die Chanukkia: Als Zeichen und Vorbild f\u00fcr unsere Gesellschaft, zusammenzufinden statt zu spalten, Grenzen zu \u00fcberwinden statt neue zu begr\u00fcnden.\u201c Angesichts der wachsenden antisemitischen Gefahr f\u00fcr j\u00fcdisches Leben, die sich in Sydney erneut Bahn gebrochen hatte, bekr\u00e4ftigte Bischof Kr\u00e4mer, dass christliche Lehre und christliches Leben nicht mit antisemitischem Denken vereinbar sei: \u201eDie gemeinsame Feier heute ist Ausdruck dessen, dass wir, Juden und Christen, Jesiden und Muslime, uns f\u00fcr dieses Miteinander einsetzen. Wir stehen entschieden daf\u00fcr ein, dass wir solch einen Terroranschlag wie den in Sydney niemals akzeptieren werden.\u201c Landesbischof Gohl hob die Bedeutung des gemeinsamen Einsatzes gegen Antisemitismus durch die Zivilgesellschaft, die Kirchen und Gewerkschaften hervor: \u201eWir m\u00fcssen jetzt alle \u2013 religi\u00f6s oder nicht &#8211; an der Seite der j\u00fcdischen Gemeinschaft stehen, um in einem breiten B\u00fcndnis Antisemitismus und jede Form von Diskriminierung in die Schranken zu weisen.\u201c<\/p>\n<p>F\u00fcr die Stadt Pforzheim z\u00fcndete der Oberb\u00fcrgermeister der Stadt, Peter Boch, eine Kerze an und stellte die interreligi\u00f6se Gemeinschaft und Bedeutung des Rats der Religionen f\u00fcr das Zusammenleben in Pforzheim heraus: \u201ePforzheim zeigt, dass Vielfalt verbinden kann. Wenn Menschen unterschiedlicher Religionen einander mit Respekt begegnen, entsteht Vertrauen \u2013 das verk\u00f6rpert der Rat der Religionen in unserer Stadt. Er baut Br\u00fccken und setzt ein klares Zeichen gegen Ausgrenzung, Antisemitismus und religi\u00f6sen Hass. Wie wichtig und wertvoll der interreligi\u00f6se Dialog f\u00fcr den Zusammenhalt ist, zeigt uns auf tragische Weise der grausame Anschlag auf das Chanukka-Fest in Bondi Beach. In Gedanken sind wir bei der j\u00fcdischen Gemeinde in Sydney und bei allen Betroffenen dieses barbarischen Anschlags &#8211; bei den Menschen, die get\u00f6tet und verletzt wurden, sowie ihren Verwandten, Freunden und Hinterbliebenen.\u201c Au\u00dferdem entz\u00fcndeten auch Vertreterinnen und Vertreter der ezidischen Gemeinschaft eine Kerze. Ezidinnen und Eziden sehen sich in Deutschland, wie die j\u00fcdische Gemeinschaft, einem steigenden Druck ausgesetzt und sind in ihrer Heimat noch immer von Verfolgung bedroht. Vom Festakt soll nicht zuletzt ein Zeichen an die Politik ausgehen, die ezidische Gemeinschaft st\u00e4rker zu unterst\u00fctzen.\u00a0<\/p>\n<p>Am Ende des formellen Teils stand der Austausch zwischen den verschiedenen Religionen, Konfessionen und Kulturen im Mittelpunkt. So m\u00f6chte dieser Festakt nicht nur die guten Beziehungen zwischen den beiden Israelitischen Religionsgemeinschaften und den vier gro\u00dfen christlichen Kirchen aufzeigen, sondern zum Nachahmen aufrufen: F\u00fcreinander einzustehen, miteinander zu diskutieren und zu feiern ist etwas, das in vielen St\u00e4dten Baden-W\u00fcrttembergs m\u00f6glich und angesichts vieler Absagen interreligi\u00f6ser Feiern dringender denn je n\u00f6tig w\u00e4re, um die in der Gesellschaft herrschenden Polarisierungen, vor allem Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit, zu \u00fcberwinden.<\/p>\n<p>Dan Peter<br \/>Sprecher der Landeskirche<\/p>\n<p><strong>HINWEIS:<\/strong>\u00a0Bilder vom Festakt finden Sie im <u>Pressebereich unserer Website<\/u>.<\/p>\n<\/p><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Festakt anl\u00e4sslich von Chanukka und des 4. Advents\u00a0 Pforzheim. Die beiden Israelitischen Religionsgemeinschaften, die vier gro\u00dfen christlichen Kirchen und die<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[21],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8960"}],"collection":[{"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=8960"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8960\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=8960"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=8960"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=8960"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}