{"id":9131,"date":"2026-03-23T18:08:37","date_gmt":"2026-03-23T18:08:37","guid":{"rendered":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/2026\/03\/23\/mini-kirche-mit-grosser-offenheit-ekd\/"},"modified":"2026-03-23T18:08:38","modified_gmt":"2026-03-23T18:08:38","slug":"mini-kirche-mit-grosser-offenheit-ekd","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/2026\/03\/23\/mini-kirche-mit-grosser-offenheit-ekd\/","title":{"rendered":"Mini-Kirche mit gro\u00dfer Offenheit \u2013 EKD"},"content":{"rendered":"<p> <br \/>\n<\/p>\n<div>\n<p><em>Sie hat weder Turm noch Altar und nennt sich trotzdem Kirche. Die Tiny Church in Frankfurt ist dort geparkt, wo Menschen ankommen. Zumindest f\u00fcr den Moment.<\/em><\/p>\n<p>Frankfurt a.M.. Meist fallen Kirchen auf, weil sie die H\u00e4user in der Umgebung \u00fcberragen, im neuen Lyoner Quartier im Frankfurter Stadtteil Niederrad ist es umgekehrt. Zwischen vielgeschossigen Wohn- und B\u00fcrogeb\u00e4uden ist durch eine kleine Gr\u00fcnfl\u00e4che und Parkpl\u00e4tze ein freier Platz entstanden. Genau dort, gegen\u00fcber der Arbeitsagentur, hat die Tiny Church ihren Standplatz gefunden. Die Mini-Kirche irritiert und f\u00e4llt auf, weil sie weit und breit das kleinste Geb\u00e4ude ist.<\/p>\n<p>Ganze 17 Quadratmeter Innenraum hat die Tiny Church zu bieten. Au\u00dfen zeigen sich dunkles Holz und gelbe Fenster- und T\u00fcrrahmen, im Inneren ist der Hauptraum, an den sich eine winzige Teek\u00fcche anschlie\u00dft, mit hellem Holz verkleidet. Eine etwa 2,5 Quadratmeter gro\u00dfe Terrasse schafft die Verbindung nach au\u00dfen. Die Kirche hat keinen Turm und weder Altar noch Taufbecken. Am Eingang bilden lediglich die Streben zwischen den beiden T\u00fcren architektonisch ein Kreuz, und wenn es dunkel ist, gibt ein LED-Kreuz an der R\u00fcckwand den Hinweis, dass es sich hier um etwas Christliches handelt. \u201eDas ist kein Missionsgeb\u00e4ude\u201c, sagt denn auch Anja Bode, Pfarrerin der evangelischen Sch\u00f6pfungsgemeinde im Stadtteil Niederrad.<\/p>\n<p>Es gehe vor allem um Begegnung. \u201eWir wollen als Kirche einfach da sein\u201c, betont Bode. Da sein, die Menschen h\u00f6ren und offen sein f\u00fcr das, was sie in dem neuen Quartier brauchen. Zugezogen seien in das junge Viertel bislang etwa 7.800 Menschen, 12.000 sollen es werden, sagt der katholische Projektreferent George Kurumthottikal von der Pfarrei Sankt Jakobus. Viele Menschen k\u00e4men aus beruflichen Gr\u00fcnden und blieben nur auf Zeit. So wie die kleine Kirche m\u00f6glicherweise auch.<\/p>\n<h3>Tiny Church ist ein Experimentierfeld<\/h3>\n<p>Das \u00f6kumenische Projekt ist erst einmal f\u00fcr f\u00fcnf Jahre geplant, danach zieht die auf einem Anh\u00e4nger stehende Tiny Church vielleicht um in einen anderen Stadtteil. \u201eDas ist hier ein Experimentierfeld\u201c, beschreibt es der Soziologe Kurumthottikal. Mit dem Projekt Tiny Church komme die Kirche zu den Leuten und biete gleichzeitig einen Begegnungsort, an dem die Menschen auch miteinander in Kontakt kommen.<\/p>\n<p>Tr\u00e4ger des Projekts sind die katholische Stadtkirche Frankfurt und die Evangelische Kirche in Frankfurt und Offenbach. Gekostet hat der Bau der Tiny Church durch ein Freiburger Unternehmen 122.000 Euro, den laufenden Unterhalt finanzieren die evangelische Sch\u00f6pfungs- und die katholische St. Jakobus-Gemeinde.<\/p>\n<h3>Reduktion auf das Wesentliche<\/h3>\n<p>Bevor die mobile Kirche auf ihrem Anh\u00e4nger im Januar in Frankfurt angekommen ist, hatten die Kirchengemeinden im vergangenen Jahr unter anderem an dem k\u00fcnftigen Standort bereits zu einem Poetry-Slam eingeladen, eine Fahrrad-Werkstatt angeboten und im Dezember mit einem evangelischen Chor, einer Feuerschale sowie Gl\u00fchwein und Punsch \u201eWeihnachten in das Viertel gebracht\u201c, erinnert sich der Projektreferent.<\/p>\n<p>Mehr als Gesang, Feuer und die Getr\u00e4nke habe es nicht gebraucht, um die weihnachtliche Atmosph\u00e4re herzustellen, sagt Anja Bode. Die Reduktion auf das Wesentliche gelte eben nicht nur f\u00fcr das Geb\u00e4ude.<\/p>\n<h3>Vorhandenes Gemeindeangebot nicht ins Quartier verlagern<\/h3>\n<p>Vorstellen k\u00f6nnen sich die Pfarrerin und der Soziologe f\u00fcr die Zukunft einen Mix aus geselligen und kulturellen Angeboten wie Lesungen, Fahrrad-Werkstatt, Gespr\u00e4chsrunden, Musik und auch Andachten. Was sie nicht wollen, ist eine Verlagerung dessen, was in den vorhandenen Kirchengemeinden funktioniert, in das Lyoner Quartier. \u201eWir wollen unseren Gemeinden ja nicht das Wasser abgraben\u201c, sagen beide. Neue Gemeindemitglieder seien dort jederzeit willkommen.<\/p>\n<p>F\u00fcr das Projekt Tiny Church hoffe man zun\u00e4chst einmal, dass sich die Menschen einbringen werden. Was das f\u00fcr das k\u00fcnftige Programm bedeutet, werde sich zeigen. \u201eVielleicht lernen wir mit dem Projekt ja auch, wie die Kirche sich ver\u00e4ndern muss, um \u00fcberlebensf\u00e4hig zu bleiben\u201c, \u00fcberlegt George Kurumthottikal.<\/p>\n<p>Offiziell er\u00f6ffnet wird die Tiny Church am Freitag, 27. M\u00e4rz, ab 16 Uhr. Angek\u00fcndigt sind neben Snacks und Getr\u00e4nken ein Kinderprogramm und ab 18 Uhr Musik der \u201eTiny Bigband\u201c.<\/p>\n<\/p><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sie hat weder Turm noch Altar und nennt sich trotzdem Kirche. 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