{"id":9395,"date":"2026-06-10T16:40:45","date_gmt":"2026-06-10T16:40:45","guid":{"rendered":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/2026\/06\/10\/fussball-wm-anpfiff-ohne-alkohol-ekd\/"},"modified":"2026-06-10T16:40:46","modified_gmt":"2026-06-10T16:40:46","slug":"fussball-wm-anpfiff-ohne-alkohol-ekd","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/2026\/06\/10\/fussball-wm-anpfiff-ohne-alkohol-ekd\/","title":{"rendered":"Fu\u00dfball-WM: Anpfiff ohne Alkohol \u2013 EKD"},"content":{"rendered":"<p> <br \/>\n<\/p>\n<div id=\"\">\n<p>Zur Fu\u00dfball-Weltmeisterschaft (WM) l\u00e4uft Bier-Werbung nonstop, Public Viewing gibt&#8217;s vor allem in Kneipen. F\u00fcr viele Fans geh\u00f6ren Alkohol und Spiele zusammen. Dass es auch ganz anders geht, zeigt das Lucaf\u00e9 in Hamburg. W\u00e4hrend der bundesweiten Aktionswoche Alkohol l\u00e4uft hier am Sonntag das erste Deutschland-Spiel ohne Bier, Wein oder Hochprozentiges. \u201eBeim &#8218;Sober Public Viewing&#8216; wollen wir das Spiel gegen Cura\u00e7ao ungetr\u00fcbt erleben\u201c, erkl\u00e4rt Therapeut Arndt Streckwall vom Lukas Suchthilfezentrum des Diakonischen Werks Hamburg-West\/S\u00fcdholstein.<\/p>\n<p>Manuel Linse sowie Mira und Frank Dolscheid freuen sich schon. Die drei von der Selbsthilfe-Gruppe \u201eKlar Schiff\u201c, einem offiziellen Hamburger SV-Fanclub, sind auf jeden Fall dabei. Frank hat Wimpelketten besorgt, k\u00fcmmert sich um den Beamer und die gro\u00dfe Leinwand. Dazu gibt es Cola, Wasser, Softdrinks und Kaffee. Manuel kann es kaum erwarten. \u201eIch liebe Weltmeisterschaften und werde mir alle deutschen Spiele anschauen\u201c, sagt der 41-J\u00e4hrige, der sich daf\u00fcr auch das Fantrikot anzieht. Vielleicht bringt es Gl\u00fcck. \u201eIch hoffe, dass es die deutsche Mannschaft ins Halbfinale schaffen wird\u201c, sagt er.<\/p>\n<h3>H\u00f6here Bier-Nachfrage zur WM<\/h3>\n<p>Deutsche Brauereien erwarten \u201ewichtige Impulse\u201c von der WM. \u201eInternationale Turniere sorgen f\u00fcr zus\u00e4tzliche Konsumanl\u00e4sse und beleben besonders in den Sommermonaten die Nachfrage nach Bier\u201c, sagt Nina G\u00f6llinger, Sprecherin des Deutschen Brauer-Bundes. Da es bei dieser WM kaum gro\u00dfe Fanfeste in St\u00e4dten gibt, werde sich der Bierkonsum st\u00e4rker auf Bierg\u00e4rten, Kneipen und das private Umfeld verlagern. Die Nachfrage h\u00e4nge auch vom sportlichen Erfolg der deutschen Nationalmannschaft und vom sommerlichen Wetter ab, hei\u00dft es.<\/p>\n<p>Immer noch gilt Alkohol in Deutschland als Genussmittel und wird als vermeintliches Kulturgut verkl\u00e4rt, beobachtet die Deutsche Hauptstelle f\u00fcr Suchtfragen (DHS). \u201eDass Alkohol abh\u00e4ngig machen kann, wissen zwar die meisten, aber wie hoch die gesundheitlichen Risiken wirklich sind, wird h\u00e4ufig verdr\u00e4ngt\u201c, sagt DHS-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin Christina Rummel. Rund 44.000 Todesf\u00e4lle in Deutschland lie\u00dfen sich pro Jahr auf Alkoholkonsum zur\u00fcckf\u00fchren. \u201eAlkoholbedingt gibt es mehr Erkrankungen, Gewalt, Suizide und Tote. Wollen wir das wirklich als ein &#8218;Kulturgut&#8216; deklarieren?\u201c, fragt Rummel.<\/p>\n<h3>Millionen sind abh\u00e4ngig<\/h3>\n<p>In Deutschland sind Sch\u00e4tzungen zufolge 1,7 Millionen Menschen zwischen 18 und 64 Jahren von Alkoholmissbrauch betroffen, so die DSH. Weitere 2,16 Millionen Menschen sind alkoholabh\u00e4ngig. \u201eFachleute gehen davon aus, dass diese Zahlen die tats\u00e4chliche Verbreitung eher untersch\u00e4tzen\u201c, sagt Rummel. Zwar stagniere der Pro-Kopf-Alkoholkonsum seit Jahren, im internationalen Vergleich sei Deutschland aber immer noch ein \u201eHochkonsumland\u201c.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"\">\n    <!-- Test for teaser --><br \/>\n    <!--Val: 1 --><\/p>\n<p>                    \t    <!-- SRC:  --><\/p>\n<aside class=\"article--aside quintus teaser teaser__related rs_skip rs_preserve\">\n<div class=\"teaser--article teaser--content\">\n<figure class=\"teaser--image\">\n                                                    <picture><source media=\"(max-width:935px)\" srcset=\"https:\/\/www.ekd.de\/ekd_de\/ds_img\/assets_1875_x\/260604-fussball-stadion-unsplash-mario-klassen-1875x1056_rdax_625x352_60s.jpg 1x, https:\/\/www.ekd.de\/ekd_de\/ds_img\/assets_1875_x\/260604-fussball-stadion-unsplash-mario-klassen-1875x1056_rdax_1250x704_60s.jpg 2x, https:\/\/www.ekd.de\/ekd_de\/ds_img\/assets_1875_x\/260604-fussball-stadion-unsplash-mario-klassen-1875x1056_rdax_60s.jpg 3x\"><source media=\"(min-width:934px)\" srcset=\"https:\/\/www.ekd.de\/ekd_de\/ds_img\/assets_1875_x\/260604-fussball-stadion-unsplash-mario-klassen-1875x1056_rdax_360x203_70s.jpg 1x, https:\/\/www.ekd.de\/ekd_de\/ds_img\/assets_1875_x\/260604-fussball-stadion-unsplash-mario-klassen-1875x1056_rdax_720x406_70s.jpg 2x, https:\/\/www.ekd.de\/ekd_de\/ds_img\/assets_1875_x\/260604-fussball-stadion-unsplash-mario-klassen-1875x1056_rdax_1080x608_70s.jpg 3x\"><\/source><\/source><\/picture><figcaption\/>\n                                                <\/figure>\n<p class=\"quintus--text teaser--text\">Die EKD begleitet die Fu\u00dfball-WM 2026 mit Freude am Spiel und kritischem Blick: Impulse zu Glaube, Fairness, Menschenrechten, Gebet und Gemeinschaft.<\/p>\n<\/p><\/div>\n<\/aside>\n<div class=\"article--content\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Weit verbreitet sei der Irrglaube, dass Alkohol erst in gro\u00dfen Mengen schadet: \u201eAktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse besagen: Es gibt keinen gesundheitlich unbedenklichen oder gar gesundheitsf\u00f6rderlichen Konsum\u201c, erkl\u00e4rt Rummel. Im Rahmen der bundesweiten Aktionswoche Alkohol informiert die DHS noch bis zum 21. Juni \u00fcber die Risiken.<\/p>\n<p>Wie problematisch Alkohol f\u00fcr K\u00f6rper und Psyche ist, wei\u00df Aljosha Deen, Oberarzt an der Hamburger Asklepios Klinik Nord Ochsenzoll. \u201eBei Gro\u00dfereignissen wie einer WM steigt der Gruppendruck, mehr Alkohol zu trinken\u201c, wei\u00df der Suchtexperte. Und das \u00fcber Wochen, nicht nur an einem Tag wie Silvester. Deen: \u201eDadurch k\u00f6nnen sich bestehende Konsummuster verst\u00e4rken.\u201c<\/p>\n<p>Mit entsprechenden Folgen: \u201eKurzfristig sehen wir mehr alkoholbedingte Unf\u00e4lle und Notf\u00e4lle.\u201c Zudem gebe es Hinweise darauf, dass h\u00e4usliche Gewalt im Umfeld solcher Ereignisse h\u00e4ufiger auftreten kann. \u201eLangfristig erh\u00f6hen regelm\u00e4\u00dfige Trinkmuster das Risiko f\u00fcr Krebserkrankungen, Bluthochdruck sowie depressive und andere psychische Erkrankungen\u201c, sagt der Oberarzt. Er fordert mehr rauschfreie Angebote f\u00fcr Fans: \u201eFu\u00dfball sollten alle Menschen genie\u00dfen k\u00f6nnen &#8211; ohne Alkohol als Eintrittskarte.\u201c<\/p>\n<h3>Wandel in Fu\u00dfballszene<\/h3>\n<p>Das spricht sich auch in der Fu\u00dfballszene herum: Fanclubs mehrerer Vereine engagieren sich gegen Alkoholsucht. Als erster offiziell drogenfreier Fu\u00dfballfanclub Deutschlands gr\u00fcndete sich 1996 \u201eWeiss-braune Kaffeetrinker*innen\u201c (WBK) des Hamburger FC St. Pauli. 2019 folgte die Initiative \u201eN\u00fcchtern betrachtet &#8211; mehr vom Spiel\u201c f\u00fcr Fans des 1. FC Union Berlin, seit 2024 gibt es \u201eKlar Schiff\u201c f\u00fcr HSV-Fans und im vergangenen Jahr gr\u00fcndete sich der cleane Fanclub \u201eSchalke Null Bier\u201c.<\/p>\n<p>War es f\u00fcr Manuel Linse anfangs schwer, Fu\u00dfball ohne Bier zu gucken, hat sich das l\u00e4ngst komplett gedreht: \u201eBierduschen beim Tor finde ich heute eklig.\u201c Fr\u00fcher habe ihn das nicht gest\u00f6rt, wenn mit Bier herumgespritzt wurde. Auch die Eheleute Mira und Frank Dolscheid genie\u00dfen ihr alkoholfreies Leben: \u201eWir sind immer die Ersten, die lachen und Spa\u00df haben\u201c, erz\u00e4hlt Mira und grinst. Nicht nur beim Fu\u00dfball.<\/p>\n<\/p><\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zur Fu\u00dfball-Weltmeisterschaft (WM) l\u00e4uft Bier-Werbung nonstop, Public Viewing gibt&#8217;s vor allem in Kneipen. 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