{"id":9644,"date":"2026-09-30T14:36:11","date_gmt":"2026-09-30T14:36:11","guid":{"rendered":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/2026\/09\/30\/140-jahre-deutsche-seemannsmission-zuhause-auf-zeit-ekd\/"},"modified":"2026-09-30T14:36:13","modified_gmt":"2026-09-30T14:36:13","slug":"140-jahre-deutsche-seemannsmission-zuhause-auf-zeit-ekd","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/2026\/09\/30\/140-jahre-deutsche-seemannsmission-zuhause-auf-zeit-ekd\/","title":{"rendered":"140 Jahre Deutsche Seemannsmission: Zuhause auf Zeit \u2013 EKD"},"content":{"rendered":"<p> <br \/>\n<\/p>\n<div>\n<p>Hannover, Bremen, Hamburg (epd). 140 Jahre im Dienst der Seeleute, zun\u00e4chst in Deutschland, mittlerweile weltweit unter dem Motto \u201eSupport of Seafarers&#8216; Dignity\u201c (Unterst\u00fctzung f\u00fcr die W\u00fcrde der Seeleute): Die Deutsche Seemannsmission (DSM) feiert in diesem Jahr ihr Gr\u00fcndungsjubil\u00e4um. Und die Bedeutung der Seeleute. Denn rund 90 Prozent des globalen Handels werden \u00fcber den Seeweg abgewickelt. Die laut DSM rund 1,8 Millionen Seeleute sorgen daf\u00fcr, dass Waren und Rohstoffe bef\u00f6rdert und die globale Wirtschaft so am Laufen gehalten wird.<\/p>\n<h3><strong style=\"font-weight:bold\">Wie alles anfing<\/strong><\/h3>\n<p>Am 29. September 1886 wurde in Hannover aus den lutherischen Landesvereinen der Inneren Mission heraus das \u201eKomitee zur kirchlichen Versorgung deutscher Seeleute im Ausland\u201c gegr\u00fcndet. Der Tag gilt als Gr\u00fcndungsdatum der Deutschen Seemannsmission. Doch schon Jahre zuvor gab es erste Anf\u00e4nge. So nahm die Bremer Seemannsmission &#8211; \u00e4lteste Einrichtung dieser Art in Deutschland &#8211; schon 1854 ihre Arbeit auf.<\/p>\n<p>Damals ergriff der Bremer Kaufmann und Reeder Friedrich Martin Vietor die Initiative. Mit einem betr\u00e4chtlichen Teil seines Verm\u00f6gens gr\u00fcndete er ein Heim f\u00fcr Matrosen und Schiffsjungen. Sie sollten davor gesch\u00fctzt werden, \u201eim Trubel einer fremden Stadt Versuchungen zu erliegen\u201c. Eine Art Rettungsanker f\u00fcr Seeleute.<\/p>\n<h3><strong style=\"font-weight:bold\">Wo arbeitet die DSM heute?<\/strong><\/h3>\n<p>Die evangelische Deutsche Seemannsmission hat ihre Zentrale in Hamburg und ist laut Pastor und Generalsekret\u00e4r Matthias Ristau der Dachverband von insgesamt 33 Standorten im In- und Ausland: in Deutschland, Europa, Afrika, Amerika und Asien. So engagiert sich der Verband beispielsweise in Hamburg, Bremerhaven, Rostock, Rotterdam (Niederlande), Pir\u00e4us (Griechenland), Douala (Kamerun), Santos (Brasilien) und Singapur (S\u00fcdostasien). \u201eGut 50 Hauptamtliche, weitere etwa 30 junge Leute in Freiwilligendiensten sowie mindestens 300 Ehrenamtliche leisten dort auf Schiffen, in Seemannsclubs und in Seemannsheimen unabh\u00e4ngig von Nationalit\u00e4t und Religionszugeh\u00f6rigkeit Seelsorge und Sozialarbeit f\u00fcr Seeleute aus aller Welt\u201c, sagt Ristau.<\/p>\n<p>Dabei begegnen sie nach Angaben des leitenden Theologen j\u00e4hrlich mehr als 150.000 Seeleuten, allein in den gro\u00dfen Treffpunkten wie den Clubs in Hamburg, dem \u201eDuckdalben\u201c, und in Bremerhaven, dem \u201eWelcome\u201c, jeweils etwa 30.000.<\/p>\n<h3><strong style=\"font-weight:bold\">Wie sind die Arbeitsbedingungen der Seeleute?<\/strong><\/h3>\n<p>\u201eSeeleute arbeiten an Bord, sie leben dort aber auch\u201c, verdeutlicht Ristau. \u201eMeist sind es vier, sechs oder gar neun Monate. Sie arbeiten sieben Tage die Woche, zwischen 70 und 90 Stunden pro Woche sind erlaubt.\u201c Die Liegezeiten in den H\u00e4fen seien anders als in den Anf\u00e4ngen der Seemannsmission mittlerweile extrem kurz, ein Landgang &#8211; wichtig, um mal abzuschalten &#8211; entsprechend nur kurz, oft gar nicht m\u00f6glich. \u201eDie Gr\u00fcnde daf\u00fcr sind vielf\u00e4ltig: Beh\u00f6rden untersagen oder erschweren den Landgang, private und abgelegene Terminals, kein Shuttle, teure Taxis und angebliche Sicherheitsgr\u00fcnde.\u201c<\/p>\n<h3><strong style=\"font-weight:bold\">Was bietet die Seemannsmission an?<\/strong><\/h3>\n<p>\u201eDas Allerwichtigste ist, dass wir Zeit haben und den Seeleuten zuh\u00f6ren\u201c, betont Ristau. \u201eHier k\u00f6nnen sie loswerden, was ihnen auf der Seele brennt.\u201c Clubs seien ein Ort zum Ausspannen und b\u00f6ten M\u00f6glichkeiten, \u00fcber das Internet Kontakt zur Familie aufzunehmen, ein Zuhause auf Zeit. Ristau: \u201eWir bieten Shuttleservices zu unseren Clubs. Haupt- und Ehrenamtliche gehen aber auch direkt an Bord von Schiffen, um den Kontakt zu halten, Sorgen anzuh\u00f6ren und wichtige Dinge wie SIM-Karten zu verkaufen.\u201c<\/p>\n<p>Was es sonst noch gibt: Krankenbesuche, Notfallseelsorge und eine psychosoziale Notfallversorgung mit Begleitung in schweren seelischen und k\u00f6rperlichen Ausnahmesituationen, rund um die Uhr. Die Arbeit leistet die Deutsche Seemannsmission als Teil einer gr\u00f6\u00dferen internationalen Gemeinschaft, der International Christian Maritime Association (ICMA). Der Verband ist der weltweite Zusammenschluss von 27 christlichen Nichtregierungsorganisationen, die sich um das Wohl von Seeleuten, Fischern und deren Familien k\u00fcmmern.<\/p>\n<h3><strong style=\"font-weight:bold\">Wie hat sich die Arbeit ge\u00e4ndert?<\/strong><\/h3>\n<p>Sicherheitspolitik, Handelskriege und Seuchenschutz: \u201eWie unter einem Brennglas wirken sich die Krisen der Welt schlagartig auf die Situation in den H\u00e4fen aus\u201c, verdeutlicht Clara Schlaich, Pr\u00e4sidentin der Deutschen Seemannsmission. Der Generalsekret\u00e4r veranschaulicht dies: \u201ePiratenangriffe, Corona, der Ukrainekrieg, die Angriffe der Huthi vor der jemenitischen K\u00fcste und im Roten Meer, die Lage in der Stra\u00dfe von Hormus: Die Seeleute haben das Gef\u00fchl, dass sie nirgendwo mehr sicher sind, dass Schiffe wahllos angegriffen werden\u201c, sagt Ristau dem Evangelischen Pressedienst (epd).<\/p>\n<p>Dazu kommt eine immer engere zeitliche Taktung in den H\u00e4fen und Automatisierungen, die f\u00fcr die Seeleute mit Vereinsamung und Entfremdung verbunden sind. Aber, so formuliert es Frank Kopania, Auslandsbischof der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). \u201eEin Seemann ist keine Arbeitskraft, sondern zuallererst ein Mensch mit einer Familie, mit Hoffnungen und \u00c4ngsten und mit einer eigenen Geschichte. Dass diese Menschen gesehen, geh\u00f6rt und in ihrer W\u00fcrde geachtet werden, ist ein zutiefst christlicher Auftrag &#8211; und daf\u00fcr steht die Deutsche Seemannsmission seit 140 Jahren.\u201c<\/p>\n<\/p><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hannover, Bremen, Hamburg (epd). 140 Jahre im Dienst der Seeleute, zun\u00e4chst in Deutschland, mittlerweile weltweit unter dem Motto \u201eSupport of<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":9645,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[20],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9644"}],"collection":[{"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9644"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9644\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9646,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9644\/revisions\/9646"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/9645"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9644"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9644"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9644"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}