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„Bonhoeffers Mut inspiriert bis heute im Einsatz gegen das Totalitäre“ – EKD


80 Jahre nach Bonhoeffers Tod: Evangelische Kirche erinnert an Widerstand und Glaubensstärke

In Kirchen und Gemeinden deutschlandweit wird in den kommenden Tagen anlässlich des 80. Jahrestages seines Todes an den Theologen und Widerstandskämpfer Dietrich Bonhoeffer gedacht. Als unbeirrbarer Verfechter christlicher Verantwortung stellte sich Bonhoeffer als Teil der Bekennenden Kirche dem NS-Regime entgegen. 1943 wurde er verhaftet und zwei Jahre später, am 9. April 1945, im KZ Flossenbürg hingerichtet.

Die Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Anna-Nicole Heinrich, besucht von 4. bis 6. April 2025 anlässlich des Bonhoeffer-Gedenkens eine internationale Jugendbegegnung in der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg im Rahmen der Veranstaltungswoche „grenzenlos hoffen“ der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern (ELKB).

„Bonhoeffers Theologie und sein Lebenszeugnis strotzen vor Hoffnung. So hat er nicht die Augen vor der Katastrophe verschlossen und trotz aller Aussichtslosigkeit in der Hoffnung auf Gott selbst Mut zum Handeln gefasst. Sein Einsatz für Entrechtete inspiriert noch heute, dem Totalitären zu widerstehen und sich für Menschenrechte zu engagieren. Bonhoeffer mahnt, in der Nachfolge Jesu Christi stehen, heißt, sich den unbequemen Fragen dieser Welt nicht zu verschließen und für Frieden, Menschlichkeit und Gerechtigkeit einzutreten“, so Präses Anna-Nicole Heinrich.

Im Rahmen ihres Besuches diskutiert die Präses gemeinsam mit jungen Menschen und dem Landesbischof der ELKB, Christian Kopp, über Wahrheit, Propaganda und die Rolle der Kirchen für eine widerständige Demokratie. Präses Heinrich betont dabei als ihr Hauptanliegen: „Bonhoeffer hat sich gegen die Propaganda der Zeit gestellt und die Bedeutung von Wahrheit und Mündigkeit betont. Gerade in Zeiten von Echokammern und Kommentarspalten voller Hass, Desinformation, Fake News und undurchsichtigen Algorithmen, müssen wir darüber sprechen, was Wahrheit heute bedeutet und wie ein offener, informierter und kritischer Diskurs möglich werden kann.“

Die Veranstaltungen mit Präses Anna-Nicole Heinrich im Einzelnen:

  • Fishbowl-Talk: „Dummheit ist ein gefährlicherer Feind des Guten als Bosheit“, mit Landesbischof Christian Kopp und jungen Menschen der internationalen Jugendbegegnung.
    Samstag, 5. April 2025, 11:00 bis 12:30 Uhr, KZ-Gedenkstätte Flossenbürg
  • Andacht: „Kein Ausweg? Doch, Hoffnung!“
    Samstag, 5. April 2025, 22:00 Uhr, KZ-Gedenkstätte Flossenbürg

Weitere Veranstaltung:

  • Live-Übertragung eines evangelischen Gottesdienstes auf dem Gelände der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg
    Sonntag, den 6. April 2025, 10:00 bis 11:00 Uhr im BR-Fernsehen sowie im Deutschlandfunk        

Journalist*innen sind herzlich eingeladen, über die Veranstaltungen zu berichten. Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte presse@ekd.de.

Hannover, 3. April 2025

Pressestelle der EKD
Lisa Schaube