Seelsorge als Sorge um die Seele
Hier sei zu sehen, „was Seelsorge heißt, nämlich wirklich Sorge um die Seele“, sagte Kirsten Fehrs nach der Begegnung mit den Trauerbegleiterinnen. „Sorge, dass diejenigen, die so einen tiefen Schmerz empfinden, diesen Schmerz auch ausdrücken können, ganz wie sie es wollen, ganz individuell. Hier ist alles erlaubt. Und hier muss keiner etwas müssen.“
Viele unangenehme Gefühle würden in der Gesellschaft tabuisiert, sagte Maja Stange, die bei dem Hamburger Verein für Koordination und Entwicklung sowie Trauerbegleitung verantwortlich ist. Auch Trauer sei ein Gefühl, das unterdrückt werde und für viele nicht auszuhalten sei. „Es kommen auch Gefühle auf, die Verunsicherung verursachen: Schuldgefühle, Scham, Überforderung oder Ohnmacht“, so Stange. In der Gruppe könnten Menschen erfahren, dass es anderen genauso geht, beschreibt sie ihre Beobachtung: „Ich werde so angenommen, und es ist nichts Schlimmes. Wenn das Gefühl da sein darf, kann es sich vielleicht auch für eine Weile lösen.“
Eine Erfahrung, die Trauernde als heilsam und entlastend empfinden können. So betonte die Ratsvorsitzende Kisten Fehrs, wie wichtig eine Arbeit sei, „die den tiefen Seelenschmerz so begleitet, dass die Menschen irgendwann auch wieder Freude empfinden und Hoffnung und Auferstehung.“