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Die WM in den USA als „eine Chance für Lebensfreude“ – EKD


Fußball-WM 2026 als Thema in der deutschen Auslandsgemeinde Washington

In der deutschen Auslandsgemeinde mit ihren rund 200 Mitgliedern – unter ihnen viele Ex-Patriots mit ihren Familien, die für einige Jahre in den USA leben und im diplomatischen Dienst, für Bundeswehr, Weltbank oder große Firmen arbeiten – ist die Fußball-WM natürlich ein Thema. In den  Sommerferien, die gerade begonnen haben, lege auch das offizielle Gemeindeleben ein Pause ein. Deshalb gebe es keine Veranstaltungen zu Thema, sagt Metzler. Aber im privaten Rahmen, im Freundeskreis oder in der Firma treffe man sich, um gemeinsam zu gucken und mitzufiebern.

Ticketpreise zur WM: In den USA kein großes Aufreger-Thema

In der öffentlichen Wahrnehmung stehe die Fußball-WM dagegen bis jetzt eher am Rand, berichtet Metzler. „Die hohen Spritpreise, die Unabhängigkeitsfeiern oder der Reflecting Pool beschäftigen die Menschen viel mehr“, so Metzler. Auch die Auslosung der Spiele im Kennedy-Center im Dezember – in Deutschland ein großes Thema – hätten vor Ort kaum Aufmerksamkeit erregt. Und selbst die hohen Ticketpreise seien für die meisten Amerikaner*innen kein Aufreger, betont Metzler. „Ein Stadionbesuch bei der NFL kostet für eine vierköpfige Familie im Schnitt 1000 Dollar. Hohe Preise sind also gang und gäbe.“ Wer sich das nicht leisten kann oder will, kann auch öffentlich gucken. „Watch parties“ gibt es in Bars und Innenstädten. „Hier können sich Interessierte auf dem Laufenden halten“, so Metzler. Oder sie besuchen die Fanzone der Fifa auf der National Mall, direkt vis-a-vis des Kapitols. „Dort laufen die Spiele auch.“

Fußball in den USA: Zwischen Randsportart und wachsender Begeisterung

Sport ist auch in der Kultur der USA eine wichtige Größe. „Sport ist weit mehr als Freizeit“, sagt Volker Metzler. An Colleges und Universitäten seien die Mannschaften wichtige Sprungbretter für Karrieren. Hier dominieren Basketball, Football, Baseball oder Eishockey. Fußball – „Soccer“, wie es dort heißt – sei dagegen eine Randsportart, konzentriert auf die „urbanen Milieus“. Daran habe sich seit der letzten WM im Land – die war 1994 – nicht viel geändert, so Metzler. Gemessen etwa am Basketball mit seinen schnellen Aktionen „ist Fußball für viele Amerikaner vielleicht einfach zu langsam“, mutmaßt der Theologe. Eine erstaunliche Ausnahme bildet der Frauenfußball. Der sei in den USA weitaus beliebter als in Europa, so Metzler.