Hannover (epd). Zum Weltflüchtlingstag hat die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) die Bedeutung der Genfer Flüchtlingskonvention unterstrichen und an das Leid von Millionen Menschen weltweit erinnert. Die vor 75 Jahren von der UN-Vollversammlung verabschiedete Konvention stehe für die tiefe Überzeugung, dass menschliches Leid alle angeht und deshalb Menschen nicht schutzlos bleiben dürfen, wenn ihr Leben bedroht ist, erklärte der EKD-Beauftragte für Flüchtlingsfragen, Christian Stäblein, am Freitag in Berlin.
„Es gibt eine Erfahrung, die die Menschheit eint, durch alle Kulturen, durch alle Zeiten hinweg: Wer in Gefahr gerät, sucht Schutz. Wer verfolgt wird, flieht. Wer sein Kind in Sicherheit bringen will, tut alles dafür“, sagte der Berliner Bischof anlässlich des Weltflüchtlingstages am 20. Juni. Laut dem Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen sind derzeit rund 118 Millionen Menschen weltweit auf der Flucht.
Stäblein: Flüchtlingsschutz ist Kernfrage der Gesellschaft
Angesichts des Leidens von Millionen Flüchtlingen weltweit, auch an den europäischen Außengrenzen, erinnerte Stäblein an die Aktualität der Genfer Flüchtlingskonvention: „Heute stehen wir vor der Frage, ob wir die Zusage dieses Abkommens wirklich einhalten und rechtskonform handeln.“ Flüchtlingsschutz rühre an Kernfragen unserer Gesellschaft.
Auch die evangelischen Hilfsorganisationen Diakonie Deutschland, „Brot für die Welt“ und Diakonie Katastrophenhilfe mahnten den globalen Schutz von Flüchtlingen an. Derzeit gebe es Rückschritte beim Flüchtlingsschutz, erklärte Diakonie-Präsident Rüdiger Schuch. Dazu zählten die jüngsten Verschärfungen im europäischen Asylsystem, Zurückweisungen an den Binnengrenzen und Einschränkungen beim Familiennachzug.
Die Präsidentin von „Brot für die Welt“ und Diakonie Katastrophenhilfe, Dagmar Pruin, mahnte: „Die politische und gesellschaftliche Unterstützung für den Flüchtlingsschutz bricht aktuell ebenso ein wie dessen Finanzierung. Deutschland muss sich mit dafür einsetzen, dass der globale Flüchtlingsschutz nicht kollabiert.“
Lesen Sie dazu auch die EKD-Pressemitteilung.