Sie haben am 11.11.22 als erste Pfarrerin in der bayerischen Landeskirche zur Aktion #einfachheiraten eingeladen. Wie kam das?
Elisabeth Görnitz: Als Vikarin habe ich auf einer Fortbildung das Konzept „Segen to go“ der Nordkirche kennengelernt, das hat mich sofort begeistert. Die Idee war auch schon von anderen in die bayerische Landeskirche getragen worden mit dem Ziel, am 23.3.23 die Aktion #einfachheiraten zu starten. Ich habe das dann für mein Vikariatsprojekt quasi als Pionierin in Neuburg an der Donau ausprobiert und meine Erkenntnisse an das Team weitergegeben.
Was waren denn Ihre wichtigsten Erkenntnisse?
Görnitz: Die unfassbare Spontanität der Menschen: Viele haben sich erst am Vorabend oder morgens, wenn sie es im Radio gehört haben, dafür entschieden. Ein Paar ist extra 100 Kilometer dafür gefahren. Natürlich braucht es Kirche vor Ort. Wir dürfen aber auch darauf vertrauen, dass die Leute bereit sind, einen Weg in Kauf zu nehmen, wenn das Angebot attraktiv ist.
Außerdem haben wir gesehen, dass viele Paare zwar heiraten wollen, ein großes Fest ihnen aber zu aufwendig und auch zu teuer ist. Bei #einfachheiraten bekommt man mit dem Segen das, was einem wichtig ist, ohne den ganzen Aufwand. Ich habe mittlerweile schon viele Trauungen gefeiert, aber die berührendsten Momente habe ich immer bei #einfachheiraten erlebt. Das liegt an der Nähe und Intimität, die vielleicht bei einer Hochzeit mit 100 Gästen nicht in dem Maße entstehen kann.