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EKD-Präses Heinrich besucht Pfadfinder-Bundeslager bei Wolfsburg – EKD


Gemeinschaft und Naturverbundenheit beim Pfadfinder-Bundeslager

Clemens, gekleidet in ein blaues T-Shirt mit der Lilie als Symbol der internationalen Pfadfinderbewegung, ist wie viele andere schon seit seiner Kindheit bei den Pfadfindern. „Ich finde es schön, dass wir alle das gleiche Mindset haben“, sagt er. Das gemeinsame „Anpacken“ gehöre genauso dazu wie die Naturverbundenheit.

Wie sehr das Lager vom Einsatz der Einzelnen lebt, hebt auch Anna-Nicole Heinrich hervor: „Hier hat jede und jeder eine Aufgabe, und alle merken es, wenn eine davon liegen bleibt. Das ist ein Unterschied zu vielen Orten, an denen Menschen heute leben. Da fällt es oft niemandem auf, ob jemand kommt oder nicht.“

Auch die 24-jährige Johanna Krtecek aus Sachsen ist mit ihrem beigefarbenen Hemd und den farbigen Halstüchern schon von Weitem als Pfadfinderin zu erkennen. Seit mehr als 16 Jahren engagiert sie sich in dem Verband. Natürlich zähle das Engagement für Hilfsbedürftige dazu, aber die Pfadfinderbewegung mache vor allem aus, dass viele hier „Soft Skills“ wie Teamfähigkeit fürs Leben lernen, sagt sie, während sie sich umblickt. „Das macht viele hier zu ganz guten Menschen.“

Ein Pfadfinderlager habe auch unbequeme Seiten, pflichtet EKD-Präses Heinrich bei: „Zehn Tage mit mehreren tausend Menschen auf einem Feld sind auch anstrengend“, sagt sie. „Es regnet, man geht sich auf die Nerven, irgendetwas klappt nicht. Und alle bleiben trotzdem. Das ist hier die eigentliche Übung.“

Pfadfinder aus Deutschland, Hongkong, Simbabwe und der Ukraine

In den zehn Tagen können die Jugendlichen, von denen ein Teil auch aus Ländern wie der Ukraine, Hongkong und Simbabwe angereist ist, zwischen 1.000 verschiedenen Workshops wählen. Die Themen dafür schlagen sie oft selbst vor, sagt Krtecek. So reichen die Angebote vom Singen feministischer Lieder über das Knüpfen verschiedener Seilknoten bis hin zu Diskussionen über Rechtsextremismus und Demokratie.

Außerdem lege der Verband viel Wert auf die Sicherheit und das Wohlbefinden der Minderjährigen, sagt Krtecek. Alle Teilnehmenden ab 16 Jahren müssen neben einer verpflichtenden Präventionsschulung, unter anderem zum Umgang im Team, zu den eigenen Grenzen und zu sexualisierter Gewalt, auch ein erweitertes Führungszeugnis vorlegen. Manche Zelte, darunter auch die „Lagerkirche“, sind bewusst als Räume der Ruhe gestaltet, sodass die Teilnehmenden Rückzugsorte finden.