Stiftung Orgelklang kürt drei Orgeln in Ostdeutschland
Die Orgel in der St.-Michael-Kirche in Zeitz (Sachsen-Anhalt) ist beliebt. Fast 850 Menschen haben beim Wettbewerb um den Titel „Orgel des Jahres 2026“ der Stiftung Orgelklang für das Instrument aus der Werkstatt von Wilhelm Rühlmann (Zörbig) votiert. Damit ist die Orgel in St. Michael die Gewinnerin der Abstimmung, an der sich mehr als 3.100 Personen beteiligten. Sie verwies die Schwesterinstrumente in der evangelischen Kirche Sankt Laurentius in Gebesee (Thüringen, 575 Stimmen) und in der St.-Georgen-Kirche im sächsischen Waldkirchen (442 Stimmen) auf die Plätze zwei und drei. Insgesamt standen zwölf von der Stiftung geförderte Orgeln zur Abstimmung.
„Offenbar wird immer mehr Menschen bewusst, dass es keine Selbstverständlichkeit ist, wenn in einer Kirche eine Orgel erklingt“, sagt Catharina Hasenclever, die Geschäftsführerin der von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) gegründeten Stiftung Orgelklang. „Das Bewusstsein wächst, dass für den Erhalt dieser majestätischen Instrumente etwas getan werden muss. Das Engagement, das daraus entsteht, war und ist in Zeitz überdurchschnittlich.“
Die Rühlmann-Orgel wurde im Jahr 1911 als opus 338 erbaut. Der Orgelbauer fügte sein Werk in den in der Michaelskirche noch vorhandenen Prospekt des Vorgängerinstruments ein. In den 1950er Jahren wurde die originale Disposition im neobarocken Stil umgeformt. Neben der Rückführung zum originalen, spätbarocken Klang ist eine Erweiterung der Spielmöglichkeiten Ziel der Restaurierung. Nachdem Balg und Windladen instandgesetzt sind, müssen nun der Holzwurm bekämpft und das Pfeifenwerk saniert werden. Die Stiftung Orgelklang steuerte 3.000 Euro für das Projekt bei.
Die zweitplatzierte Orgel in Gebesee stammt aus dem Jahr 1728 und gilt als erstes, und insbesondere fast vollständig erhaltenes Werk von Johann Michael Hartung (1708–1763). Sie kann seit mehr als 40 Jahren nicht mehr gespielt werden. Für ihre Instandsetzung stellte die Stiftung Orgelklang 5.000 Euro zur Verfügung.
Die drittplatzierte Orgel in Waldkirchen ist eine der wenigen, deren Klangbild sich bis heute original erhalten hat. Das im Jahr 1901 von Hermann Eule erbaute Werk funktioniert derzeit nur eingeschränkt; die notwendige Sanierung förderte die Stiftung mit 5.000 Euro.
Die Stiftung Orgelklang der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) präsentiert in jedem Monat eine „Orgel des Monats“. In diesem Jahr fördert sie 16 Projekte in einem Gesamtumfang von 75.000 Euro (bzw. 241.000 Euro inkl. Projektspenden). Seit 2010 hat sie mehr als 300 Förderzusagen für rund 1,7 Millionen Euro gegeben (bzw. fast 2,6 Millionen Euro inkl. Projektspenden). Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.stiftung-orgelklang.de.
Pressestelle der EKD