Der Bericht beschreibt deutliche Unterschiede zwischen den Konfessionen. Protestantische Kirchen erzielen insgesamt die besten Bewertungen. Allerdings ist das Bild nicht einheitlich: Zwischen den einzelnen protestantischen Kirchen bestehen teils erhebliche Unterschiede. Im Gesamtergebnis schneiden sie dennoch besser ab als andere Konfessionen – insbesondere unter Einbeziehung der Metropolitan Community Churches.
Positiv hervorgehoben werden insbesondere Kirchen, die sich in ökumenischen Prozessen intensiv mit Fragen von Geschlecht, Sexualität und Familie auseinandersetzen. Die Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) wird als Beispiel für einen konstruktiven Umgang mit unterschiedlichen Positionen genannt.
Ehrlichkeit und Mut als Schlüssel für mehr Inklusion
Die römisch-katholische Kirche habe durch den weltweiten synodalen Prozess vorsichtige Öffnungen ermöglicht. Der Bericht bewertet es als Fortschritt, dass die Erfahrungen von LGBTI-Katholikinnen und -Katholiken stärker wahrgenommen und in kirchliche Beratungsprozesse einbezogen würden.
Kritischer fällt die Bilanz für viele orthodoxe Kirchen aus. Dort beobachtet der Bericht weiterhin erhebliche Vorbehalte gegenüber sexueller und geschlechtlicher Vielfalt. Gleichzeitig zeige etwa die Orthodoxe Kirche Finnlands, dass auch innerhalb traditioneller Strukturen Veränderungen möglich seien.
Als wichtigste Aufgaben für die kommenden Jahre nennt der Bericht einen respektvollen Sprachgebrauch, mehr Glaubwürdigkeit zwischen kirchlichen Aussagen und kirchlichem Handeln sowie eine klare Orientierung an Menschenwürde und Menschenrechten. Für den weiteren Weg zu mehr Inklusion seien vor allem zwei Tugenden notwendig: Ehrlichkeit und Mut.