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Kirchen würdigen ökumenische Krankenhausseelsorge – EKD


Die katholische und die evangelische Kirche in Deutschland haben heute (8. Juni 2026) die ökumenische Krankenhausseelsorge gewürdigt. Anlässlich der Vorstellung einer gemeinsamen Logopräsenz dankten Bischof Dr. Peter Kohlgraf (Mainz), Vorsitzender der Pastoralkommission der Deutschen Bischofskonferenz, und Landesbischof Friedrich Kramer von der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, für den Dienst von rund 2.000 Krankenhausseelsorgerinnen und -seelsorgern in Deutschland.

„Die Zusammenarbeit der evangelischen und katholischen Krankenhausseelsorge ist ein starkes ökumenisches Zeugnis. Im Krankenhaus wird Ökumene nicht zuerst diskutiert, sondern gelebt – im gemeinsamen Dienst an den Menschen“, so Bischof Kohlgraf in einem Video-Grußwort. Er fügte hinzu: „Gerade in einer Zeit, in der viele Menschen nach Orientierung suchen und kirchliche Präsenz nicht mehr selbstverständlich ist, hat die Krankenhausseelsorge eine besondere Bedeutung. Sie ist ein Ort, an dem Menschen Kirche oft in sehr konzentrierter und glaubwürdiger Weise erfahren.“

Landesbischof Kramer formulierte in seinem Gruß für die Kirchen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD): „In den Kliniken unseres Landes ist die Ökumene tägliche vertrauensvolle Praxis. Wenn Du krank bist, fragst Du manchmal nicht: Kommt jetzt der Priester oder Pfarrer oder die Pfarrerin. Es ist gut, wenn jemand vorbeikommt. … Und Seelsorgende schauen auch nach den Ärztinnen und Ärzten, nach dem Pflegepersonal und den Reinigungskräften.“ Mit Blick auf das Logo unterstrich er: „Wo dieses Logo draufsteht, da ist verlässliche, hochqualifizierte christliche Seelsorge drin: zugewandt, professionell und vom Evangelium her gedacht.“

Das Logo ist durch eine ökumenische Arbeitsgruppe entwickelt worden. Die Wort-Bild-Marke ist inspiriert von frühchristlichen Christusmonogrammen und kombiniert ein Kreuz mit den stilisierten Buchstaben K und S, ergänzt durch den Schriftzug Krankenhausseelsorge. Es steht für die Qualität und Verlässlichkeit kirchlicher Krankenhausseelsorge und kann überall dort geführt werden, wo kirchlich beauftragte und entsprechend qualifizierte Seelsorgerinnen und Seelsorger diesen Dienst verantworten. Im Laufe der Jahre hat sich Krankenhausseelsorge immer weiter professionalisiert und genießt hohe Anerkennung und Wertschätzung. Sie richtet sich nicht nur an Patientinnen und Patienten, sondern auch an Angehörige und Klinikpersonal – unabhängig von deren religiös-weltanschaulicher Zugehörigkeit. Die Seelsorgerinnen und Seelsorger sind in nahezu jedem größeren Krankenhaus vertreten, egal, ob freigemeinnützig, privat oder kommunal betrieben oder ein Uniklinikum.

Zudem besteht seit Langem eine intensive ökumenische Zusammenarbeit in den einzelnen Kliniken wie auf übergeordneter Ebene. Diese hat in den vergangenen Jahren auch durch Rahmenvereinbarungen zwischen Diözesen und Landeskirchen an Struktur und Verbindlichkeit gewonnen. Konkret bedeutet dies etwa die ökumenische Aufteilung von Stationen, gemeinsame Rufbereitschaft und gegenseitige Vertretung in klinischen Ethikkomitees und vielerorts auch eine gemeinsam verantwortete Ehrenamtsarbeit. Die geistlichen Angebote von evangelischer und katholischer Krankenhausseelsorge sind keine Konkurrenz, sondern ergänzen sich gegenseitig.

Vor diesem Hintergrund soll das ökumenische Logo Krankenhausseelsorge als ein gemeinsames, flächendeckendes und qualitätsgesichertes Angebot von katholischer und evangelischer Kirche sichtbar machen. Ergänzend zu bestehenden lokalen und regionalen Logos wird es mit zunehmender Verbreitung einen deutschlandweiten Wiedererkennungseffekt bieten.

Pressestelle der EKD