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Stille statt Gitarrensounds – EKD


Die Pastorin möchte einen „room of silence“ – einen Raum der Stille bieten. „Ohne dass das jetzt groß spirituell aufgeladen ist“, sagt sie. Sie möchte einen Rückzugsort bieten, an dem die Metal-Fans im Festivaltrubel einmal zur Ruhe kommen können, denn es werde schon sehr laut und es seien viele Menschen. „Das kann auch mal überfordernd sein“, sagt Mühlfried. In der Heiligen-Geist-Kirche können die Ruhesuchenden dann eine Kerze anzünden, in den Bänken sitzen oder „einfach mal mit jemandem quatschen“.

Neue Pastorin, neue Ideen, aber auch alte Bedenken. Ginge es nach der Gemeinde, gebe es keine Beteiligung rund um das „Wacken Open Air“, sagt Mühlfried. Einerseits, weil viele Gemeindemitglieder in der Festivalzeit selbst viel zu tun und kaum Zeit hätten, andererseits gebe es auch „diese Angst, dass was passieren könnte, dass randaliert wird in der Kirche oder auf dem Friedhof“, erklärt die Pastorin.

Doch große Metal-Gottesdienste in Schweden oder Finnland würden zeigen, dass Christsein und Metalmusik gut zusammen gehe, sagt die Pastorin. Zudem höre sie privat auch Metal, sodass es für sie keine ungewöhnliche Kombination sei.

Sicher sei Metal eine Musikrichtung, die sich abgrenzen möchte, doch das sei auch bei Hip-Hop oder anderen Genres der Fall. „Jedes Genre hat so seinen Spirit und seine Ideen und Gedanken“, sagt die Pastorin. So dürfe auch Metal nicht nur als Angriff wahrgenommen werden. Und geht es nach Mühlfried, sind Metalheads „die liebsten Menschen, die ich kenne“. Mit der Nächstenliebe klappe es bei den Metallern „nämlich super“, sagt sie, das passe doch wunderbar zusammen.

Wenn es nach Alisa Mühlfried geht, dann darf sich über das Festival in diesem Jahr auch gern mehr entwickeln: „Mein Wunschtraum wäre, auf dem Gelände präsent zu sein, als Kirche zu sagen, wir sind hier und bieten sogar Trauungen auf dem Gelände an und sind wirklich ansprechbar.“ Vielleicht sei auch ein Getränkestand auf dem Kirchplatz eine Idee, „damit die Menschen zu uns kommen“, sagt sie.