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Kirche hilft Menschen vor Ort – EKD


Zwar sei die lutherische Kirche in der Ukraine klein, dafür aber sehr engagiert. Laut Gross zählen sich im ganzen Land nur etwa 1.000 Menschen zu dieser Kirche. Eine offizielle Statistik gibt es nicht. „Wir helfen den Menschen mit Medikamenten, Lebensmitteln, Kleidung und Dingen des täglichen Lebens“, sagt Gross. Weil sonst keine Gebäude zur Verfügung stehen, hat sich das Privathaus des Pastors zu einem kleinen Kirchenzentrum gewandelt. „Im Keller ist ein Kinderschutzzentrum, in der Garage feiern wir Gottesdienste.“

Spenden und Unterstützung nötig

Das Thema Hoffnung sei schwierig. Stromausfälle seien der Normalfall. Im Winter steige die Sterberate um das Dreifache. „Meine Mitarbeiter berichten von Hausbesuchen, dass die alten Menschen den Glanz in den Augen und ihren Lebensmut verloren haben.“ Die jungen Menschen seien ins Ausland gegangen. „Aber man kann nicht sagen, dass sie ihre Alten im Stich gelassen haben. Es ist die Entscheidung der Eltern, zu bleiben. Sie wollen dort sterben, wo sie gelebt haben.“ Ein Umzug komme für sie nicht infrage.

Erstaunlich sei, dass es auch nach bald vier Kriegsjahren in der Ukraine noch fast alles zu kaufen gebe. „Das Land produziert mehr als es selbst benötigt“, sagt Gross. „Das Problem ist aber das Geld.“ Lebensmittel und vor allem Medikamente seien teuer − oft zu teuer für die alten Menschen, die auf Unterstützung angewiesen sind. Darum seien alle Spenden und Unterstützung hochwillkommen. „Wir bleiben und helfen weiter.“

Frustrierender Kreislauf

Die Hoffnung auf Frieden sei nicht mehr groß, berichtet der Pastor. „Die Menschen leben zwischen Hoffen und Bangen.“ Wann immer in den Medien über Friedensgespräche berichtet werde, keime so etwas wie Hoffnung auf. Doch im Alltag verändere sich dann doch nichts. „Das ist ein frustrierender Kreislauf.“

Wie es weitergeht? „Russland muss nicht verlieren, die Ukraine wird nicht verlieren“, zeigt sich Gross überzeugt. Putin werde sich nicht mit dem Donbass im Osten der Ukraine zufriedengeben. „Er will die Ukraine zerstören.“ Der Pastor fügt hinzu: „Wir hoffen auf Gott und die immer stärker werdenden ukrainischen Soldaten.“

Jörg Nielsen (epd)